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Winterimpressionen 2013

BATTLETOURING > Westwalltour 2008

Simonskall, 16. März 2013

Am 16. März 2013 zog es mich nach SIMONSKALL zurück, dem Ort, in dem ich am 10. Oktober 2008 den historisch-literarischen «Westwall-Weg» erkundete. Draußen herrschten winterliche Temperaturen, der Tag war grau und feucht und der Himmel wollte einfach nicht aufklaren. Mit von der Partie dieses Mal meine treue Mutter, die mich gerne auf meinen Kriegstouren begleitet und für die solche Ausflüge eine willkommene Abwechslung sind.

Drei Gründe, die mich dazu bewegten, den «Westwall-Weg» noch einmal zu erkunden

Bei der «Westwalltour 2008» hatten wir das große Glück, die Westwallanlagen noch von innen erleben zu dürfen. Dies sollte aber in 2010, als mein Arbeitskollege den Westwall-Weg ein zweites Mal erkundete, schon nicht mehr der Fall sein. Tatsächlich sind die meisten Bunkeranlagen inzwischen durch Fledermaus-Schutzgitter gesperrt und daher nicht mehr begehbar. Dies machte mich neugierig.
Bei der Westwalltour 2008 am 10. Oktober hatten wir
außerdem das Glück, den «Westwall-Weg» bei nahezu spät- sommerlichen (!) Temperaturen zu erkunden. Auch der Herbst kann also auch noch viele schöne Tage haben! Anders war es am 16. März 2013. Obschon wir uns ein für allemal mit den heftigen Schneefällen der letzten Wochen ab- gefunden hatten, hatte der Winter in der ersten Märzhälfte noch einmal so richtig zugeschlagen, sodass die Wälder im Kreis Düren an diesem Tag mit einer etwa 20 cm dicken Schneeschicht bedeckt waren. Die Gelegenheit, sich einmal in die damalige "kalte" Zeit zurückzuversetzen. Wie muss es 1944 den Soldaten ergangen sein, den umkämpften Wald in einem der kältesten Winter zu bezwingen? Ein Wald, in dem man hinter jedem Baum den Feind vermuten musste und in dem die Kampfdistanz nur 50 oder 100 Meter betrug. Bei Artillerieeinschlägen explodierten die Bäume förmlich und es hagelte Eisen und Holzsplitter. Unzählige Soldaten wurden dabei getötet. Die gewohnte Luftunterstützung konnte wegen des schlechten Wetters oft nicht eingesetzt werden und ein Durchkommen der Armee war schwierig und sehr langsam. So bewegte sich die Front durch den erbitterten Widerstand der Deutschen in fünf Monaten nur um wenige Kilometer. Der Zusammenbruch der Ardennenoffensive trat erst im Februar 1945 ein. Für mich ein weiterer Grund, den «Westwall-Weg» einmal "im winterlichen Gewand" zu erkunden.
Der dritte und letzte Grund meines Besuchs am 16. März 2013 war ein ganz anderer. Im Ortskern von Simonskall befinden sich auf Höhe des so genannten «Junkerhauses»
gleich zwei Kriegerdenkmäler, die wir in 2008 nicht besichtigt hatten und auf die mein Arbeitskollege mich netterweise kurz vor Tourantritt hingewiesen hatte. Außerdem hatte ich den einzigartigen "Sanitätsbunker Simonskall" fotografisch noch nicht erfasst, wohlwissend, dass der Bunker zum Zeitpunkt unserer Besichtigung am 16. März nicht geöffnet sein würde.

Westwall-Weg nicht gefunden

An diesem 16. März sollte alles anders kommen! Zusammengefasst müssen meine tapfere Mutter und ich die Westwallroute irgendwie verpasst haben. Dem Weg- weiser Nr. 2 folgend folgten wir einer anderen Route und stellten schnell fest, dass wir uns verlaufen hatten. Nach gut anderthalb Stunden brachen wir die Tour ab und kehrten zum Ausgangspunkt zurück. Das Risiko, weiter in den Wald einzudringen, ohne zu wissen, wo wir uns be- fanden, war uns einfach viel zu groß. Außerdem ließ die Dämmerung nicht mehr lange auf sich warten. Später stellte sich heraus, dass die "Routenkarte", die ich zur Orientierung mitgenommen hatte, nicht mehr aktuell war, sodass wir eigentlich dem Wegweiser Nr. 86 hätten folgen müssen. Ich muss hinzufügen, dass die Westwall- Tour 2008 mittlerweile über vier Jahre zurückliegt und ich 2013 witterungsbedingt schlecht auf mögliche Anhalts- punkte entlang der Waldwege zurückgreifen konnte.

Besichtigung des «Gruppenunterstands 59»

Der einzige Bunker, den wir an diesem Tag richtig besichtigten, war der «Gruppenunterstand 59». Dieser liegt nur wenige hundert Meter vom Ausgangspunkt entfernt. Ich kann die Aussage meines Arbeitskollegen nur bestätigen, dass die meisten Bunkeranlagen wohl nicht mehr begehbar sind, wie die Fotos des Gruppenstands unten zei- gen. Tatsächlich sind die Bunkeranlagen zum Schutz der vom Aussterben bedrohten Fledermäuse, die sich in den Bunkern einen Lebensraum geschaffen haben, nunmehr mit Schutzgittern versehen, die einen Zugang zu den Bunkern schier unmöglich machen. Informationen zufolge sollen diese Schutzgitter nach dem Abzug der Fledermäuse jedoch wieder abgenommen werden. Dementsprechend würden die Bunkeranlagen je nach Jahreszeit vielleicht doch noch für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden?

Ominöse Westwall-Bunkeranlage

Als wäre es nicht schon peinlich genug gewesen, dass wir den historischen «Westwall-Weg» nicht, wie vorgesehen, erkundet haben. Zu allem Überfluss fand ich außerdem nicht mehr den Eingang, der uns in 2008 zur «Kallbachbrücke» führte, Ausgangspunkt der Westwalltour (Foto oben).
Glück im Unglück? Tatsächlich starteten wir unsere Tour in Richtung «Mestrenger Mühle», was sich als völlig falsch erwies. Ich traute meinen Augen nicht, als ich nach nur wenigen Metern in der Ferne eine mir bis dahin völlig unbekannte Bunkeranlage erblickte. Leider konnte ich mich dem Bunker aus Zeitgründen nicht nähern, da wir uns ja eigentlich den «Westwall-Weg» vorgenommen hatten und wir eh spät dran waren. Was mich aber nicht daran hinderte, einige Weitaufnahmen dieser Anlage zu machen. Für jede Information im Zusammenhang mit der ominösen Befestigungsstellung bin ich natürlich dankbar!

Besichtigung zweier Kriegerdenkmäler am «Junkerhaus»

Natürlich schauten wir uns im idyllischen Ort SIMONSKALL noch etwas um und fotografierten diese beiden Krie- gerdenkmäler, die mein Arbeitskollege und ich in 2008, wie einleitend erwähnt, nicht erkundet hatten.
Während das eine Denkmal an die Opfer beider Sei- ten erinnert, die bei den Kämpfen von November 1944 bis Februar 1945 im Gebiet von Simonskall und dem Kall- tal ihr Leben ließen, ist das andere Denkmal dem «Luft- waffenfestungs-Bataillon XXIV» gewidmet.
Das «Luftwaffenfestungs-Bataillon XXIV» wurde am 17. September 1944 aus Teilen der Luftwaffen- Unteroffiziersschule 1 auf Schloss Hubertusburg (Werms- dorf, Landkreis Nordsachsen) aufgestellt. Am frühen Morgen des 9. Oktobers 1944 marschierte das Bataillon durch das Kalltal über Zerkall-Simonskall und Zerkall-Berg- stein bis nach Kradenberg, 2 km südlich von Vossenack. Mit Hellwerden erreichte die Spitze des Bataillons den Kallbach hinter der Mestrenger Mühle. Hier sollte sich das Bataillon rechts und links des Kallbaches einschanzen. Ein- satzmäßig wurde das Bataillon dem Grenadier-Regiment 983 zugeteilt. (Quelle: Lexikon der Wehrmacht).
Zu finden an der Vorderfassade des Junkerhauses und direkt neben dem Junkerhaus in Richtung Dorfkapelle auf der Anhöhe.

Einige Außenaufnahmen des «Sanitätsbunkers»

Wohlwissend, dass der einzigartige «Sanitätsbunker Simonskall» an diesem Tag nicht geöffnet war, konnte ich die Anlage natürlich nicht außer Acht lassen, zumal ich hiervon nicht ein Foto besaß.
Es handelt sich hierbei um den einzigen erhaltenen Sani- tätsbunker in Nordrhein-Westfalen. 1938 im Zuge der zweiten Ausbauphase des Westwalls errichtet, war der Sanitätsbunker Simonskall für vier Sanitäter zur Erstver- sorgung von 20-30 Verwundeten ausgelegt. Mit einer Größe von 10,20 x 14,90 m und 1,5 m starken Außen- wänden entsprach er dem Regelbautyp 32.
Die Anlage wurde von Mitgliedern des «Geschichtsvereins Hürtgenwald» wieder hergerichtet. Heute ist der Bunker von einem modernen Haus überbaut.

Hotel «Talschenke», Simonskall

"Seit 1924 im Familienbesitz. Es sind die liebevollen Kleinigkeiten, die dieses Haus so unverwechselbar machen. Mo- derne Gastlichkeit in den Hotelzimmern, angenehme Atmosphäre im Restaurant und die romantischen Gartenterrassen bieten jedem ein Lieblingseckchen." (Quelle: Homepage der Gemeinde Vossenack).

Mit einem deftigen Sauerkrautauflauf und einem gut gekühlten Erdinger versuchten wir unseren "Reinfall des Tages" in der beeindruckenden und äußerst gemütlichen «Talschenke» wieder gut zu machen. Das Personal war überaus gast- freundlich und wir wechselten sogar ein paar Worte. Am Eingang liegen übrigens einige sehr interessante Bücher über den Ort Simonskall, die Region Hürtgen und natürlich die Hürtgenwaldschlacht. An einem Eintrag ins Familiengästebuch kommt man selbstverständlich nicht herum...!

Alles wieder gut...!

Bevor wir dann die Heimkehr antraten, machten wir noch einen Abstecher nach HÜRTGEN, wo ich dem «Soldaten- friedhof Hürtgen» einen kurzen Besuch abstattete.
Der Friedhof liegt am Rande des größten Minenfeldes des Hürtgenwaldes, der so genannten «Wilden Sau». Offiziell eingeweiht wurde er 1952.
Insgesamt 3.001 Tote sind hier bestattet (2.925 deutsche Soldaten, 35 Zivilisten, 27 Russen, 13 Polen und ein Belgier). Im Eingangsbereich befindet sich ein Gedenkstein zu Ehren des deutschen Leutnants Friedrich Lengfeld, der am 12. November 1944 beim Versuch, einen verletzten amerikanischen Soldaten aus dem Minenfeld zu bergen, schwer verletzt wurde und noch am gleichen Tag im Verbandsplatz «Lukas-Mühle» verstarb.

Soldatenfriedhof «Hürtgen»

Rückblickend war die am 16. März 2013 durchgeführte Kriegstour letztendlich doch ein voller Erfolg. Obschon wir den «Westwall-Weg» nicht sahen, bin ich voll auf meine Kosten gekommen und habe darüber hinaus meiner Mutter einmal Simonskall zeigen dürfen, die von diesem Ort hellauf angetan war. Der krönende Abschluss für beide war wohl das leckere Essen in der gut besuchten Talschenke :-)

Sanitätsbunker Simonskall

Jeden ersten Samstag im Monat von März bis Oktober
14:00 - 15:00 Uhr
oder in Gruppen nach vorheriger Anmeldung

Auskunft:
Museum Hürtgenwald in Vossenack
Tel.: +49 242 990 26 13
oder Herr Raimund Scholl
Tel.: +49 242 972 41

Hotel Talschenke Simonskall

Geöffnet ganzjährig
Montags Ruhetag!
12 Zimmer mit Bad oder Dusche, Telefon, Fernseher

Auskunft:
Hotel Talschenke
Simonskall 1
D-52393 Hürtgenwald
Tel.: +49 242 971 53

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