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Wie der Krieg nach Belgien kam

Vor 70 Jahren zerstörte Hitler das belgische Fort Eben-Emael in der Nähe von Maastricht an der Meuse. Das Fort war das Schmuckstück aller Forts und galt bis dahin als uneinnehmbar...

Eben-Emael galt damals als das sicherste Fort der Welt und ist bis heute militärisches Schutzgebiet. 75 Hektar groß ist das Gelände, zumeist unterirdisch angelegt und durch fünf Kilometer Tunnel miteinander verbunden. Auf dem Dach des Forts befanden sich 17 Bunker und im Inneren konnten sich bis zu 1200 Soldaten aufhalten.

Unzerstörbar schien das Militärgelände für viele Belgier. Hitler und der Wehrmacht gelang es dennoch das Gebiet zu zerstören. Am frühen Morgen des 10. Mai 1940 – Stunden vor der offiziellen Kriegserklärung an Belgien – starteten rund 40 "Junkersmaschinen" von Köln aus nach Belgien. An Bord hatten sie mehrere Lastensegler mit Soldaten, die sich bei Aachen ausklinkten und dann über Holland nach Belgien segelten. Dort landeten sie – zur Überraschung der Belgier – auf den Dächern des Forts, platzierten Sprengstoff und zerstörten die belgischen Ge- schütze. Dass dabei nur 24 belgische Soldaten ums Leben kamen, grenzt fast an ein Wunder.

Angriff von oben: Im Mai 1940 erklärte Hitler Belgien den Krieg

Hintergrund

Bedingt durch die stark befestigte französische Verteidi- gungslinie entlang der französischen Grenze zu Deutsch- land und Italien (Maginot-Linie) wurde im Herbst 1939 eine Angriffsstrategie zur Umgehung dieses Verteidi- gungssystems ausgearbeitet. Letztere sah einen Angriff über die Niederlande und Belgien vor.

Ausgearbeitet wurde diese Angriffsstrategie durch Gene- ralleutnant Erich von Manstein, zu Beginn des Zweiten Weltkriegs Chef des Generalstabs des Oberbefehlshabers Ost, am 21. Oktober 1939 ernannt zum Chef der Hee- resgruppe A, zuvor im Polenfeldzug unter dem Namen "Heeresgruppe Süd" eingesetzt, sollte Letztere die Füh- rung an der Westfront übernehmen.

Beim Angriff gegen Frankreich bildete Belgien neben der Niederlande eine strategisch wichtige Schlüsselposition. Dies hatte vor allen Dingen zwei Gründe.
Grundsätzlich konnte der Angriff gegen Frankreich nicht direkt vom Reichsgebiet aus erfolgen, die rechte Flanke des deutschen Angriffs wäre dadurch völlig ungeschützt gewesen, starke deutsche Grosskräfte hätten einge- setzt werden müssen und der Hauptangriff wäre dadurch womöglich nicht mehr gewährleistet gewesen, weil weni- ger Truppen.
Der Vorstoß nach Frankreich sollte außerdem durch die so genannte Maginot-Linie erfolgen. Die Maginot-Linie war eine Kette von Bunkern und starken Befestigungs- anlagen, die von Frankreich zum Schutz seiner Ost- grenze errichtet worden war. Sie verlief von Belgien im Norden bis zur Schweizer Grenze im Süden. Die Maginot- Linie galt als unüberwindbar, zu groß war das starre Festhalten der französischen Armee an den Führungs- grundsätzen des Ersten Weltkriegs. Zusätzlich zu den starken Befestigungen eignete sich das bergige und be- waldete Gelände äußerst schlecht für starke motorisierte Angriffsoperationen.
Der zweite wichtige Grund für einen Angriff im Norden war eine möglichst schnelle Einnahme der französischen Kanalhäfen, weil die britische Nachschub- und Truppen- lieferung dadurch unterbrochen gewesen wäre.
Also rechneten die Franzosen, durch ihre Maginot-Linie im Süden gesichert, mit einem Angriff im Norden. Der Großteil der französischen Armee sollte sich darum an der Grenze zu Belgien sammeln und die deutschen An- greifer abwehren.

Doch weit gefehlt. Deutschland hatte sich schon länger mit der Möglichkeit eines Angriffs durch die Ardennen beschäftigt. Der "Sichelschnittplan" wurde geboren. Im Herbst 1939 unter Vorsitz des fähigsten deutschen Strategen, dem General von Manstein, ausgearbeitet, sah der Sichelschnittplan eine Teilung der deutschen Streitkräfte in zwei Heeresgruppen vor, die so genannte Heeresgruppe A und die so genannte Heeresgruppe B. Die Heeresgruppe B sollte einen Angriff durch Belgien und die Niederlande führen. Dies hätte zur Folge gehabt, dass sich die britischen und französischen Truppen zur Unterstützung des belgischen Heers an der belgischen Grenze vereinigt hätten. Zeitgleich sollten starke ge- panzerte Kräfte der Heeresgruppe A einen schnellen Vorstoß durch die Ardennen bei Sedan überwinden, um anschließend nach Norden einzuschwenken. Die anglo- französische Vereinigung wäre dadurch unterbrochen gewesen und hätte schließlich in deren Einkesselung geführt, strategische Ausgangsbasis für die Erorberung Frankreichs.

Der Sichelschnittplan war ein riskantes Unternehmen. Trotz der starken Zweifel der Generale Hitlers hielt Letz- terer fest an von Manstein's Angriffsstrategie. Tat- sächlich glaubten die Generale nicht, dass ein Vorstoß durch die Ardennen mit Panzern Aussicht auf Erfolg haben könnte. Trotz alliierter Überlegenheit von 3.375 gegen 2.445 deutsche Panzer nahm die Offensive von Manstein's erwarteten Verlauf. Wie bei den Feldzügen gegen Polen und Norwegen wendete die Wehrmacht erfolgreich die Taktik des "Blitzkriegs" an.
Trotz eines wochenlangen Aufmarsches an der west- lichen Reichsgrenze kam der Zeitpunkt der Offensive für die alliierten Kräfte unerwartet. Durch das Überra- schungsmoment begünstigt, gelang es nicht weniger als 140 deutschen Divisionen einen an militärischer Stärke gleichwertigen Gegner in kurzer Zeit zu besiegen. Ent- scheidender Anteil kam der Luftwaffe zu, die den Angriff mit 2.288 gegen 2.185 Alliierte und 250 belgische Ma- schinen sicherte.

Die Niederlande kapitulierte am 15. Mai 1940, unmittelbar nach den deutschen Luftlandungen und der verhee- renden Bombardierung von Rotterdam. In Belgien waren Lüttich, Brüssel und Antwerpen bis zum 18. Mai von deutschen Truppen besetzt. Zugleich wurde Flandern von Süden her eingeschlossen. Zu spät erkannten die in Flandern gebundenen alliierten Streitkräfte, dass der Schwerpunkt des deutschen Angriffs von 44 Divisionen der Heeresgruppe A südlich der Linie Maas-Sambre durch die Ardennen durchgeführt wurde. Am 13. Mai standen Truppen der deutschen 4. Armee unter Generaloberst Hans Günther von Kluge und der 12. Armee unter Gene- raloberst Wilhelm List auf dem westlichen Maas-Ufer zwischen Dinant und Sedan. Nachdem der Durchbruch durch den schwierigsten Teil der alliierten Front ge- lungen war, stand ihnen das französische Hinterland bis zum Unterlauf der Somme offen. Am 19. Mai erreichten Panzerverbände Abbéville an der Flußmündung. Einen Tag später drangen sie bis zur französischen Kanalküste vor.

Erich von Manstein

Maginot-Linie

Zerstörter belgischer Panzerkampfwagen, 1940 (Quelle: DHM Berlin)

Vormarsch durch die Ardennen, 1940

(Quelle: DHM Berlin)

Britischer Rückzug in Flandern, 1940

(Quelle: DHM Berlin)

Vor Dünkirchen, 1940

(Quelle: DHM Berlin)

Gefangene Briten, 1940

(Quelle: DHM Berlin)

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