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Verviers

Soldatenfriedhöfe

Der Friedhof von Verviers spricht für sich. Schon beim Betreten der Anlage auffällig domi- nant die zweifelsfrei schönen Gruften, die darauf hindeuten, dass in Verviers viele wohl- habende Menschen gelebt haben müssen. Im Internet ist oft die Rede von "ungepflegten und ungeordnet angelegten Gräbern", zu Unrecht, wie ich finde. Bei meinem Besuch am 28. Fe- bruar 2012 konnte ich weder verwilderte noch sonderlich dicht oder durcheinander angelegte Gräber sehen. Vielmehr stieß ich dort auf zahlreiche schöne Motive, die in jedem Falle einen Besuch wert sind.

Eindrucksvolle Gräber und Gruften auf dem Friedhof von Verviers

Ehrendenkmal und Soldatengräber des Ersten Weltkrieges

Der Friedhof von Verviers liegt in relativ starker Steillage und man muss schon ganz schön gehen, um das Ehrendenkmal und die Soldatengräber hoch oben auf dem Berg zu erreichen. Einmal oben angekommen, erwartet den Besucher dieses Bild.

Auf dem Soldatenfriedhof von Verviers ruhen belgische Soldaten, die im Ersten Weltkrieg ums Leben kamen. Auf den ersten Blick erweckt der Friedhof den Eindruck, als wäre er nach ein- deutigen Gestaltungsregeln und Bauvorschriften entworfen und gebaut worden. Die Grab- steine bestehen grundsätzlich aus grauem Granitstein und sind in Maß und Form gleich. Jeder Stein enthält, von oben nach unten gelesen, den Namen und Dienstgrad des Verstorbenen sowie dessen Lebensdauer. Auf Wunsch der Hinterbliebenen wird im Fußteil des Grabsteins außerdem ein oder mehrere Gedenksprüche eingraviert.

Gleich neben der Kriegsgräberstätte befindet sich in zentraler Lage das dazugehörige Ehrendenkmal. Es zeigt eine Frau und, in ihren beiden Armen, zwei junge Männer. Ich interpretiere die Situation so, dass die Männer, Söhne der Frau (?), wohl unmittelbar vor der (Zwangs-)Einziehung in den Ersten Weltkrieg standen und von ihrer lieben Mutter Abschied nahmen. Auf der anderen Seite des Ehrendenkmals sind dann wiederum Soldatengräber aneinandergereiht, die nach dem selben Schema angelegt sind wie die Gräberkolonnen rechts vom Denkmal.

Blick von oben runter auf den Friedhof

Zwei Kriegsgräberanlagen auf dem Friedhof von Verviers

Tatsächlich befinden sich auf dem Friedhof zwei Kriegsgräberanlagen, die relativ weit von- einander liegen, höchstwahrscheinlich aus Platzgründen. Beide Anlagen sind in der Form iden- tisch, mit dem einzigen Unterschied, dass die zweite Anlage nordöstlich des Friedhofs einige weitere Grabsteine für verstorbene Soldaten des Zweiten Weltkriegs enthält. Letztere unterscheiden sich von den übrigen sowohl in der Form als auch in der Präsentation.

Anlage II

Viele Gräber sind unterhalten und liebevoll angelegt, mit Blumen geschmückt und von Angehörigen besucht

Commonwealth

Die so genannte Commonwealth War Graves Commission betreut in 150 Ländern Kriegs- gräber des 'Commonwealth', so auch in Belgien. Zwei dieser Gräber können auf dem Fried- hof von Verviers besichtigt werden. Es sind drei gefallene britische Gefreite sowie ein Pio- nier des Ersten Weltkrieges, die dort ehrenvoll beigesetzt wurden. Mögen sie bis in alle Ewigkeit in Frieden ruhen!

HINTERGRUND: Im Zweiten Weltkrieg gehörten kriegsführende Staaten mehrheitlich einem der beiden großen Bündnisse an, dem von Deutschland geführten einerseits oder dem, das sich aus der britisch-französischen Zu- sammenarbeit entwickelt hat. Einige dieser Staaten waren formal unabhängig, aber stark von einer Großmacht beeinflusst, wie das Commonwealth.

Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs gehörten dem Commonwealth of Nations Kanada, Australien, Neu- seeland, der Irische Freistaat, die Südafrikanische Union und Neufundland an. Allen voran das Vereinigte Königreich, das aus dem Zweiten Weltkrieg neben den Vereinigten Staaten und der UdSSR als bedeutendste Siegermacht hervorging.

Zwar konnten die Briten nicht an das Machtpotential der Vereinigten Staaten und Sowjetrusslands heranreichen, aber
massiv durch die Ressourcen des Commonwealth unterstützt sah sich das Vereinigte Königreich an dritter Stelle (weit vor Frankreich und allen übrigen europäischen und außereuropäischen Staaten).

Aufgrund des modernen Zeitalters musste das Vereinigte Königreich nach dem Zweiten Weltkrieg dann aber zahl- reiche ihm angehörige Kolonien aufgeben und abtreten.

Damit sie in Ehren ruhen

Um die sterblichen Überreste derer, die für Land und Volk ihr Leben gaben, eine würdige letzte Ruhestätte zu bereiten, wurde gleich beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 die britische Kriegsgräberfürsorge "Common- wealth War Graves Commission (CWGC)" gegründet. Ihre Hauptaufgabe ist es, die bri- tischen Kriegsgräber in den vielen Ländern des Commonwealth zu erhalten und zu pfle- gen. Größtenteils befinden sich diese auf speziell für Kriegsgräber angelegten Fried- höfen.

Die ersten Kriegsgräberstätten wurden 1920 nach den einheitlich festgelegten Regeln zur Gestaltung dieser Kriegsgräber erbaut. In ei- nigen besonderen Fällen wurden vermehrt kleinere Gräberansammlungen aufgelöst und die Opfer auf größere Anlagen umgebettet.

Mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 gehörte die Einrichtung von Kriegsgräber-Re- gistrierungseinheiten zum festen Bestand der British Army. Durch die ansteigende Zahl der zivilen Opfer aus den Staaten des Commonwealth sollten dann auch diese Kriegsopfer re- gistriert werden. Der britische Premier Winston Churchill stimmte diesem Vorschlag zu, sodass bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges eine Namensliste von fast 67.000 Opfern registriert werden konnte. Das so genannte „Totenbuch“ wird seit 1956 in der Westminster Abbey aufbewahrt.

Auf dem Friedhof auch vorhanden Gräber des 'Commonwealth' sowie französische Kriegsgräber

( HIER NICHT ABGEBILDET DAS GRAB DES SOLDATEN MARCEL TROUPIN )

Bedeutung der CWGC heute

Die 'Commonwealth War Graves Commission' ist mit Abstand die wichtigste Einrichtung für die Errichtung, Bebauung und Betreuung der britischen Soldatenfriedhöfe in den Ländern des Commonwealth. Die "beeindruckendsten Commonwealth-Soldatenfriedhöfe" liegen in Frankreich und in Belgien. Sie wurden nach dem Ersten Weltkrieg angelegt.
Der größte, durch die CWGC
gegründete bel- gische Friedhof ist der imposante „Ypres Commonwealth War Graves Cemetery and Memorial to the Missing“ aus dem Ersten Weltkrieg. Er liegt nördlich der Küstenstadt Ypern. Auf ihm sind annähernd 12.000 Gräber errichtet worden.

Der Friedhof von Verviers: Zu finden in B-4800 VERVIERS. Man erreicht den Friedhof über zwei Eingänge, die sich aufgrund der Größe des Friedhofs in zwei unterschiedlichen Ecken befinden. Der Haupteingang befindet sich in der RUE DE LA CITE, wogegen der Nebenein- gang über die RUE DU TIR zu erreichen ist.

Der Friedhof von Verviers bietet eine einmalige Aussicht über die Stadt

PS

Auf dem Friedhof von Verviers wurden 1992 Teile der deutschen TV-Serie 'Der kleine Vampir' gedreht.
In den Folgen ist der Friedhof von Verviers eine graue Steinwüste mit ei- nem einzigen Baum in der Mitte. Die einzigen Außenaufnahmen wurden dort gedreht.
Wegen der Kinderdarsteller wurde untersagt, nachts zu drehen.
Weitere Drehorte in der Nachbarschaft waren Köln, Düsseldorf, Duisburg und Mönchengladbach.

"Geiermeiers" Haus

Die Familiengruft der "Schlottersteins"

Hier verlor "Geiermeier" seinen "Holzpflock"

Im Film eindeutig zu erkennen

Quelle: www.derkleinevampir.info

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