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V1-Verwüstung

MONTZEN

Mit der freundlichen Unterstützung und Genehmigung meines Freundes F. Hick, Montzen

Am 3. Dezember 1944 zwischen 7 und 8 Uhr morgens wurde meine Heimatstadt Montzen von einer V1 überflogen und hart getroffen. Zeitzeugen berichten, dass die "Vergeltungswaffe" nicht richtig funktioniert haben soll und Treibstoffprobleme aufwies. Alles deutete darauf hin, dass die Bombe noch in Montzen auf- prallen würde. Und tatsächlich. Kurz vor 8 Uhr (7.40 Uhr gemäß Zeitzeugenaussagen) hatte die Bombe einen Aussetzer, kippte unerwartet nach links, machte kehrt und schlug noch auf Montzener Gebiet ein. Die "V1" explodierte auf dem Innenhof eines Bauernhauses ("I gen Weyd"), direkt hinter Montzens Dorfkirche.

Hintergrund

Hitler musste etwas schaffen, das die Amerikaner zurückdrängte bzw. ausschaltete, um den längst verlorenen Krieg doch noch zu gewinnen. Schon 1942 tüftelten Wissenschaftler und Ingenieure an der Optimierung der so genannten "A4", die erste voll funktionsfähige Großrakete. Die "Fieseler Fi 103" alias "V1" wurde geboren. Zur Erinnerung, die "V1", Hitlers "Vergeltungswaffe", war eine durch deutsche Ingenieure (Robert Lusser) entwickelte Großrakete mit einer Tonne Sprengstoff, die gegen England (London), aber auch Belgien (Lüttich / Antwerpen) eingesetzt werden sollte. In der Geschichte ging sie als Hitlers "Wunderwaffe" ein.

So blieb auch meine Heimat nicht von den "V1"-Bombeneinschlägen verschont. Es war der 23. Oktober 1944, als über Welkenraedt (von Montzen etwa 10 Minuten Fahrzeit) die ersten "V1" gesichtet wurden (insgesamt über 110). Von der Eifel aus abgeschossen waren sie nach Lüttich oder Antwerpen (Hafen von Antwerpen) unterwegs. Die meisten verfehlten allerdings ihr Ziel, speziell zu Beginn des Angriffs, sodass mehrere dutzende Bomben in Eupen, Kettenis, Walhorn, Raeren und Lontzen, aber auch in Membach, Welkenraedt und Montzen explodierten.

"Vergeltungswaffe V1" aus der Sicht eines und gezeichnet durch einen Kriegsgefangenen

Der Aufprall in Montzen am 3. Dezember 1944 war fürchterlich. Laut Zeitzeugenaussagen zerborstete der Bombeneinschlag "hunderte von Fenstern". Alle Fenster der Dorfkirche seien zersplittert gewesen. Durch die Druckwelle seien außerdem viele Dächer umliegender Häuser beschädigt worden.
Das Bauernhaus gehörte einer Familie namens Gübbels. Die Stallungen waren vollkommen zerstört und somit fiel auch ein zurückgebliebener Stier der Explosion zum Opfer. Es war übrigens das einzige Tier, das die Bauernfamilie vor den Deutschen retten konnte. Alle anderen Tiere hatten die Nazis einige Tage vor dem Einzug der Amerikaner abtransportieren lassen.
Überall im Dorf hinterließ die "V1" sichtliche Einschlagspuren. Wie durch ein Wunder wurde durch diesen Aufprall niemand getötet.
Im Nachmittag fanden dann schon erste Aufräumarbeiten statt und die Bürger reparierten ihre Dächer. Die Dorfkirche war nicht mehr zugänglich und musste vorübergehend geschlossen werden. Die Messen fanden daher kurze Zeit in "Montzens Gare" Kapelle statt.
Nach dem Krieg wurde der Bauernhof (heute "Rue Gustave Demoulin 19") dann neu erbaut und alsdann bewirtschaftet. Die Familien bekamen indes ein neues Haus gebaut.

Das Foto rechts zeigt das durch die "V1" zerstörte Haus Ernst in der "Rue de Moresnet" (heute "Rue Gustave Demoulin"), aktuell bewohnt durch die Ehe- leute Camille Schyns-Muitjens (Rue Gustave Demou- lin 13"). Neben dem amerikanischen Soldaten zu erkennen der damals neunjährige Junge Joseph Cra- vatte.

Das Foto unten, ebenfalls eine Originalaufnahme, zeigt die zerstörte Scheune im Seitenhof des Bauern- hauses "I gen Weyd" in Montzen.

"V1". Bei der Zivilbevölkerung wurde sie auch einfach "fliegende Bombe" genannt. Die Amerikaner nannten sie "flying bomb" oder auch "buzz bomb".
Geschwindigkeit: rund 500 kmh. Flughöhe: etwa 2000 m.
Sobald das zischende Motorengeräusch aussetzte, wusste man, dass die V1 einige 100 Meter weiter aufprallen würde.

Marcel SCHMETZ des faszinierenden « Re- member Museums 39-45 » in Clermont baute 2011 seine eigene V1. Marcel war 11 Jahre alt, als seine Gemeinde Clermont versehentlich von einer V1-Rakete ge- crasht wurde. Die Hintergründe und alle weiteren Details hier auf der Webseite in der Rubrik MUSEEN - CLERMONT.

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