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Säuberung in Ostbelgien

Heimatgeschichte

Am 30. April 1945 begang Adolf Hitler Selbstmord im Bunker der "Reichskanzlei" in Berlin. 10. Mai 1945. EUPEN feiert das Kriegsende und die Befreiung. Hier einige exklusive Aufnahmen von der Militär- parade in EUPEN am 10. Mai 1945.


Mit dem Waffenstillstand am 8. Mai 1945 kehrt jedoch nicht wirklich Frieden in die Grenzregion ein.

Von 1944 bis ±1948 führt der belgische Staat die umstrittene Säuberung (um- gangssprachlich Epuration) gegen Mittäter des Nazi-Regimes durch, lange ist darüber geschwiegen worden.

Die Folgen dieser "Entnatifizierung" ha- ben das Verhältnis der Bevölkerung zum belgischen Staat über Jahrzehnte schwer belastet. Sie erregten den Unmut der Bevölkerung, in den neubelgischen Gebieten (Eupen - Malmedy - Sankt Vith) erzeugten sie in den ersten Nachkriegsjahren ein von Hass und Misstrauen geprägtes Klima.

Sondermaßnahmen für die Ostkantone und die übrigen Tei- le Belgiens

Allein im annektierten Gebiet Eupen-Malmedy wurde gegen 15.623 Personen ermittelt, rund 25 % der ostbelgischen Bevölkerung.

Aufruf!


Die Sondermaßnahmen für die Ostkantone und die übrigen Teile Belgiens möchte ich wie folgt zusammen:
- Aberkennung der bürgerlichen Rechte: kein öffentliches Amt, Verlust des Wahlrechts und der Wählbarkeit;
- Aberkennung der belgischen Staatsangehörigkeit (ausschließlich in Eupen - Malmedy - Sankt Vith);
- Abstempeln des Ausweises: ein roter Stempel für diejenigen, die sich nichts vorzuwerfen hatten, ein schwarzer Stempel für die "Schul- digen";
- Einführung eines so genannten "Zivismuszeugnisses", als eine Art Vorbeugungsmaßnahme gegen solche Personen, deren Patriotismus fragwürdig erschien;
- Verlängerung der Schulpflicht.

Strafrechtliche Verfolgung in den Ostkantonen

 
 

Eupen

Malmedy/
St. Vith

Belgien

Angelegte
Gerichtsakten

7.406

8.217

346.283

Eingestellte
Verfahren

6.591

7.470

289.038

Strafverfolgung

815

747

57.052

Verurteilungen

772

731

53.712

Obschon die Folgen dieser Säuberungspolitik noch heute zum Teil spürbar sind, werden sie von einer Mehrheit der Bevölkerung schlichtweg verdrängt.

Alle weiteren Informationen zum Thema "Säuberung" findet ihr in der Trilogie "Die Säuberung" von Carlo Lejeune und Klaus-Dieter Klauser, zwei deutschsprachige belgische Historiker. Der dritte Band (336 Seiten) beleuchtet eine Vielzahl an Themen aus unterschiedlichen Perspektiven der einzelnen Befragten. Immer finden sich spannende, oft auch gegensätzliche Aussagen von Zeitzeugen, die erstmals »ihre« eigene Geschichte in einen Dialog zu anderen Zeitzeugengeschichten stellen.

Bei einer öffentlichen Lesung in Wiesenbach (
Belgien, nahe Sankt Vith) haben Schüler Ausschnitte daraus vorgetragen. (Mitschnitt auf Anfrage beim BRF-Fernsehen erhältlich).

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