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Sainte-Walburge

Soldatenfriedhöfe

Lüttich (Französisch: Liège) ist eine Großstadt und gehört zu den Ortschaften der Region, die jährlich tau- sende Menschen aus verschiedensten Nationen locken. Jahr für Jahr finden dort zahlreiche Veranstaltungen statt und nicht eine bleibt unbesucht. Auf Anhieb denke ich da an das vorweihnachtliche Programm mit dem großen Weihnachtsmarkt und dem Schlittschuh- lauf, die sich über mehrere Wochen hinwegziehen, die Sylvesterfeier auf der 'Place Saint-Lambert' oder aber die große Herbstkirmes auf dem 'Boulevard d'Avroy', die größte Kirmes der Provinz. Ferner findet in Lüttich der wöchentliche Sonntagsmarkt statt, die 'Batte', die sich auf mehrere hundert Meter entlang der Maas erstreckt und auf der alles Mögliche günstig ge- kauft werden kann. Nicht zu vergessen die Feierlich- keiten am Belgischen Nationalfeiertag (21. Juli) im Stadtviertel 'Outremeuse'.

Lüttich: Zentrum der Provinz und touristischer Anziehungspunkt der Wallonie

Die 'Pont de Fragnée' über der Maas in Lüttich mit der Basilika Sacré-Coeur im Hintergrund

Lüttich angesichts der beiden Weltkriege

Innerhalb eines Vierteljahrhunderts war das Lütticher Ge- biet gleich zweimal am Beginn der Konflikte beteiligt, die Belgien und darüber hinaus ganz Westeuropa in einen fürchterlichen Zerstörungswahnsinn hineinrissen. Allein die Befestigte Stellung Lüttich musste innerhalb eines Viertel- jahrhunderts den Sturmangriff des Ersten Weltkriegs im August 1914 erdulden und dann - wieder aufgerüstet u. aufgebaut - den von Mai 1940. Voller Ehrfurcht vor die- sen Tragödien betritt man so leider auch im Lütticher Raum einen Boden, in dem dutzende Leichen liegen.

Diese Seite sei dem sowjetrussischen Ehrenfriedhof im Lütticher Stadtviertel 'Sainte-Walburge' gewid- met. Ein Friedhof, der im Jahre 1874 errichtet wurde, stolze 20 Hektar aufweist und ganz nebenbei bemerkt Kriegsgräber des Commonwealth beinhaltet...

Sainte-Walburge

Sainte-Walburge ist ein Ortsteil von Lüttich, der bequem über die Autobahn E40 erreicht werden kann. Hoch oben auf den Höhen des Plateaus Hesbaye guckt dieses Stadtviertel steil runter auf einen Teil der Stadt und das linke Ufer der Maas. Durch die günstige Lage wird den Besuchern so zahlreiche Aussichtsmöglichkeiten geboten.
Im Ortskern sind überwiegend Wohn- und Schuleinheiten etabliert. Seit dem Jahre 1974 findet in Sainte-Walburge nach dortigem Gebrauch alljährlich die traditionelle 'Fête des Fous' (Feier der Verrückten) statt. So finden dort anlässlich dieser Feier während vier Tagen diverse Veranstaltungen statt, u. a. ein Trödelmarkt, Tänze, Aktivitäten für jung und alt und das abschließende Feuerwerk.
Der Friedhof von Sainte-Walburge ('Friedhof von Sankt Walburga') ist angesichts des Zweiten Weltkriegs insofern interessant, da er eine Kriegsgräberstätte für gefallene sowjetrussische Soldaten sowie vier Kriegs- gräber des Commonwealth umfasst.
Nach Robermont ist der Friedhof von Sainte-Walburge der zweitgrößte von Lüttich.

Der Friedhof von Sainte-Walburge - Im Gedenken an die gefallenen sowjetrussischen Soldaten

Die Hauptallee - Mehrere hundert Meter ist sie lang

Wohlhabende Gräber, wohin das Auge reicht

Der Hauptknotenpunkt des Friedhofs - Über die wunderbare Baumallee geht es geradeaus weiter in Richtung Ehrenfriedhof

Die Hauptallee links liegen lassen, der Weg rechts führt direkt zum Ort des Geschehens

Sowjetrussischer Ehrenfriedhof Sainte-Walburge - Der erste Blick

Der zweite und dritte Blick

Der Friedhof gedenkt den vielen sowjetrussischen Soldaten, die während des Zweiten Weltkrieges in den Jahren 1941-1944 in Gefangenschaft gerieten und in Lüttich verstarben. Nichtsdestotrotz ist diese Kriegsgräberstätte auch vielen belgischen Soldaten gewidmet, u. a. liegt dort der erste gefallene belgische Soldat Jean Geury (Geurie), über den ich HIER berichte. Vereinzelt sind dann auch Gräber von Kriegsfreiwilligen, teils aus amerikanischen Beständen, vorzufinden.

Belgische Soldatengräber

Grab des Korporals Jean Geury

US-Volontair

Geboren in Düsseldorf

Das Bild wird komplettiert durch dieses ehrenwerte Kriegerdenkmal. Gleich am Eingang der Stätte beeindruckt das schwarz gehaltene Monument durch seine Größe und künstlerische Aufmachung. Es gedenkt den 1941-1944 gefallenen sowjetrussischen Soldaten.

"Zu Ehren der sowjetrussischen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges, verstorben in den Jahren 1941-1944 in Lüttich"

Die Kehrseite des Friedhofs

Anlässlich meines Besuches musste ich mit Bedauern feststellen, dass das Denkmal an verschiedenen Stellen teilweise nicht unterhalten war (Tafel oben) und verschiedene Kriegsgräber nur so vor sich hinvegetierten und symbolisch be- trachtet dem Tode nahe sind. Sehr schade.

Commonwealth: Etwas abseits aber dennoch in direktem Umfeld befinden sich diese vier Kriegsgräber des 'Commonwealth'. Die Soldaten (Kriegsfreiwillige, Reservisten) gehörten alle der Royal Air Force an. Einer davon war Pilot und Offizier.

Insgesamt...

Ist der 'Friedhof Sainte-Walburge' ein gigantischer Komplex mit vielen wohlhabenden Gräbern, umgeben von lang gestreckten Alleen, Parkanlagen, Baumarkaden und Grünflächen.

Die russische Kriegsgräberstätte an sich befindet sich im oberen Bereich der Anlage. Sie hat dort einen zentralen weitläufigen Platz, was besonders hervorzu- heben ist. Beim Betreten der Stätte wird der Besucher von einem schön angelegten Pflanzenbeet empfangen. Und auch das dort befindliche zugehörige Kriegerdenkmal sticht direkt ins Auge.

Leider scheint die Anlage nicht regelmäßig unterhalten zu werden. Störend und trist zugleich sind auch die kaputten Soldatengräber und Grabteile, die dort vereinzelt vorzu- finden sind. Insgesamt aber ist der Friedhof ein ab- solutes Muss!

Der Friedhof kann an allen Tagen von 8.15 Uhr bis 16.30 Uhr besichtigt werden und ist für das breite Publikum frei zugänglich. Hunde und Fahrräder sind nicht erlaubt.

Zu finden auf dem 'Boulevard-Fosse-Crahay' in B-4000 Lüttich. Die Anlage befindet sich in un- mittelbarer Nähe der Autobahn E40 (Ausfahrt 'Citadelle Liège' nehmen und an der großen Kreu- zung am Autobahnausgang links abbiegen).

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