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Ochsenkopf-Weg

BATTLETOURING

Der 2,5 Kilometer lange «Ochsenkopf-Weg» ist einer der sechs ausgeschilderten historisch-literari- schen Wanderwege im HÜRTGENWALD, die die Kulturvereinigung «Konejung-Stiftung» im Auftrag der Gemeinde Hürtgenwald entwickelte.
Historischer Hintergrund sind die Kämpfe in der Region während des Zweiten Weltkrieges, die seitdem als «Hürtgenwald» bekannt ist. Entlang des «Ochsenkopf-Weges» fanden viele der von den Amerikanern gefürchteten Waldkämpfe statt. Relativ gut erhaltene gesprengte Bunkerreste zeichnen diesen historischen Wanderweg heute aus. Gedenksteine für deutsche und amerikanische Soldaten zeugen im Übrigen von den Opfern der erbitterten Bunkerkämpfe, die hier 1944-1945 geführt wurden. Grund genug, um dem «Ochsenkopf-Weg» einen Besuch abzustatten. Ich persönlich besichtigte ihn das erste Mal am 10. Oktober 2008.

Seit Beginn der Hürtgenwaldschlacht am 6. Oktober 1944 wurde die «Anhöhe des Ochsenkopfs» hart umkämpft. Im gesamten Bereich des Berges befanden sich 27 deutsche Bunker, von denen der letzte am 11. Januar 1945 von den Amerikanern eingenommen wurde. Die Zeit der Hürtgenwaldkämpfe während der «Ardennenoffensive» einge- rechnet, war der Ochsenkopf drei Monate lang Kampfgebiet.
Die Besichtigung startet man am besten vom gleichnamigen Parkplatz «Ochsenkopf» an der «L160» aus, zwischen ROLLESBROICH (SIMMERATH) und der Kreuzung mit der «B399».
Nachdem die K36 Richtung Simonskall abzweigt, noch weiter geradeaus fahren bis kurz vor dem Kreu- zungsbereich mit der B399. Der Parkplatz liegt rechtsseitig.
Für die Besichtigung sollte man etwa 2 Stunden einplanen. Festes Schuhwerk ist natürlich von Vorteil.

Ochsenkopf-Weg - GPS 50° 39,799 / E 006° 20,016

Schützenlöcher und Laufgräben

Vom Parkplatz «Ochsenkopf» nimmt man den Waldweg auf der gegenüberliegenden Seite. Bereits nach wenigen Gehminuten sind vom Weg aus rechts im Wald zahlreiche Schützenlöcher und Lauf- gräben zu erkennen.

So wie sich der Ochsenkopf heute präsentiert, kann man sich die Waldkämpfe im Hürtgenwald vorstellen. Allerdings waren Bewuchs und Bäume zur damaligen Zeit viel dichter. Da ist es nicht verwunderlich, dass der Wald damals die Angreifer in die Irre führen konnte. Nicht ohne Grund also, dass Kriegsberichterstatter wie Ernest Hemingway den Wald «Wald, in dem die Drachen hausten» nannten.

Gedenkstein für drei Soldaten

Nur wenige Meter weiter erinnert dieser Gedenkstein an die beiden amerikanischen Soldaten Fran- cis Dempfle und Richard Quick sowie an einen unbekannten deutschen Soldaten, deren sterbliche Überreste im Jahr 1976 an dieser Stelle entdeckt wurden.

Die drei Männer wurden durch Zufall bei Verbreiterungsar- beiten des Waldweges im Mai 1976 gefunden. Die beiden Amerikaner konnten anhand ihrer Erkennungsmarken identifiziert werden.
Nach amerikanischem Gesetz werden amerikanische Sol- daten zurückgeführt, da sie nicht auf deutschem Boden bestattet werden dürfen. In einigen Büchern ist nach- weislich zu lesen, dass beide Amerikaner in die USA über- führt wurden. Ein anderes Buch behauptet, dass beide auf einem "belgischen Friedhof beigesetzt wurden und der Gedenkstein auf eine amerikanische Initiative hin auf- gestellt wurde". Was dies angeht, lege ich persönlich mich nicht fest und überlasse die Wahrheitsfindung den Exper- ten. Der deutsche unbekannte Soldat hingegen wurde er- wiesenermaßen auf die Kriegsgräberstätte «Vossenack» umgebettet.

Gedenkstein/Irisches Steingrab für Private Robert Cahow

Folgt man den Waldweg weiter, so trifft man nach etwa 150 Metern rechts auf die Gedenkstätte zu Ehren von Robert Cahow. Nach 55 Jahren wurde er im Jahr 2000 beim Räumen von Kampf- mitteln gefunden. Die Fundstelle wird heute durch ein irisches Steingrab markiert.

Der irischstämmige ROBERT CAHOW gehörte dem 311. Regiment der 78. US-Infanteriedivision an. Am 13. Dezember 1944 nahm die 78. die Gefechte im Hürtgenwald auf. Das Regimentsziel war «Schmidt», bei dessen versuchter Einnahme die 28. Infanteriedivision im November 1944 verlustreich scheiterte.
Das 311. US-Infanterie-Regiment stand im Kampf gegen Teile der 272. Volksgrenadierdivision. Es erhielt den Auf- trag, einen Täuschungsangriff auf einen im Wald gelege- nen Bunker zu führen.
Viele
Angehörige wurden durch diesen Einsatz von Minen und feindliches Feuer getötet oder verwundet. Mehrere Soldaten boten sich an, die Verwundeten zu bergen. Ei- ner dieser Freiwilligen war Robert Cahow. Mit einigen sei- ner Kameraden drang Cahow langsam in das Kampfge- biet ein und trat dabei auf eine versteckte Ladung. Von Wehrmachtssoldaten wurde er später gefunden und na- he dem Bunker begraben, der das Ziel seiner Einheit ge- wesen war.
Die Fundstelle wird heute durch ein «irisches Steingrab» markiert. Die Gebeine Cahow's wurden dort, bis auf den Kopf, in einem verschütteten Schützenloch gefunden, ge- meinsam mit seiner Erkennungsmarke. Robert Cahow's Überreste wurden in die USA überführt.

Auf der gegenüberliegenden Seite

Die erste zu besichtigende Bunkeranlage nach den drei ersten Stationen. Es handelt sich dabei um die Reste eines Bunkers, Letzterer ist als solcher jedoch nicht als Ochsenkopf-Anlaufstelle ausgewiesen. Dies erklärt wahrscheinlich, warum der Bunker unidentifizierbar bleibt. Zumindest sind im Internet keine konkreten Informationen darüber zu finden, um welchen Typ Bunker es sich hierbei handeln könnte. Auch die Originalnummer des Bunkers ist im Internet unauffindbar. Ein Besuch der Bunkeranlage lohnt sich allemal!

Gesprengter Bunker 111

Der ehemalige Bunker 111 liegt vom Steinhügel Richtung Westen nur etwa 50 Meter weiter. Ver- mutlich wurde der Bunker noch während des Krieges von den Amerikanern gesprengt, um zu ver- hindern, dass die Deutschen ihn bei einem Gegenangriff wieder nutzen konnten.

Da die Amerikaner wussten, dass die Deutschen jederzeit zu Gegenangriffen bereit waren, begannen sie ab Septem- ber die Anlagen zu sprengen, allerdings mit unterschiedlichen Ergebnissen. Erst die Methode, den Bunker vor der Sprengung zusätzlich mit Wasser zu füllen, um damit die Sprengkraft zu erhöhen, brachte den gewünschten Erfolg. Äußerst imposant zu sehen, wenn ein Bunker vor der Sprengung mit Wasser gefüllt wird.

Geschliffener Bunker (nicht besichtigt)

Auf dem Mittelweg, der während des Westwallbaus als Baustraße ausgebaut wurde, befinden sich einige Stellen, an denen in der Nachkriegszeit Bunker «geschliffen» wurden: Betonreste bzw. Spu- ren von ehemaligen Bunkern, die mittlerweile fast vollständig abgetragen sein dürften.

Gesprengter Bunker 106

Der Weg zur gesprengten Bunkeranlage 106 führt über eine Wegkurve, von wo aus man einen Blick auf eine Wiese hat, die für den Bau der «Ringsiedlung Raffelsbrand» abgeholzt wurde. Der Bunker 106 am oberen Ende der Route präsentierte sich eher zugewachsen und zerstört.

N.B. Hinter dem gesprengten Bunker Nummer 106 befinden sich Reste eines Gefechtsfeldes, die aber aufgrund der dort eingerichteten Wildzone nicht begangen werden sollten. Auf dem Rückweg gelangt man dann rechtsseitig zur letzten Station des 2,5 km langen «Ochsenkopf-Weges», gleichzeitig Highlight der Tour..., dem «gesprengten Bunker 107».

Gesprengter Bunker 107

An dem gesprengten Bunker 107 lässt sich leicht feststellen, wie schwer es für die zuerst uner- fahrenen Pioniere war, eine derartige Anlage erfolgreich zu beseitigen. Das absolute Highlight der «Ochsenkopf-Tour»!

Durch den Wald gelangt man schließlich zurück zum Aus- gangspunkt, dem Parkplatz «Ochsenkopf». Falls noch Zeit vorhanden ist und man noch nicht genug hat, un- bedingt noch die in der Karte oben eingezeichnete Schlei- fe zum «Jägerhaus» durchführen.
Mit 566 Metern ist das Jägerhaus der höchste Punkt des Hürtgenwaldes. Bei guter Sicht hat man ein atem- beraubendes Panorama von Aachen bis Elsdorf, bei Fern- sicht erkennt man sogar die Rurebene und die Nieder- lande.

Literatur
Ernest Hemingway, «49 Depeschen» (Kapitel "Krieg an der Siegfried-Linie"), Rowolth Studs Terkel, «Der gute Krieg» (Bericht über Elliot Johnson), Schneekluth Saul Padover, «Lügendetektor - Vernehmungen im besiegten Deutschland 1944-45».
Links

Konejung - Audiokommentar Ochsenkopf

Flyer «Ochsenkopf-Weg»

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