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Montzen u. Umgebung Teil II

BATTLETOURING

Am 19. April 2009 machte ich im MONTZENER RAUM eine kleine Battletour. Im TEIL I meiner Berichterstattung habe ich bereits einige Kriegsschauplätze vorgestellt, die ich nun gerne im TEIL II meiner Reportage fortsetzen möchte.
Im ersten Teil bin ich u. a. etwas näher auf den Kaplan Herrn J. ARNOLDS eingegangen, dessen Schicksal meine Bevölkerung sehr bewegt hat und immer noch bewegt. Hierzu werde ich den Bericht aber noch weiter ausbauen. Zum Gedenken an den Kaplan ließ die Gemeinde Montzen ihm auf dem MONTZENER FRIEDHOF ein ehrenwertes Denkmal errichten, die letzte Station des ersten Teils meines kleinen Battletourberichts.
Erfahrt
nun im zweiten und letzten Teil dieses Berichtes, was sonst noch so alles auf dem Montzener Gebiet an Kriegsschauplätzen besichtigt und erkundet werden kann.

Absturz eines kanadischen Bombers in Kelmis

Vom Friedhof Montzen sind es etwa 6 Kilometer bis Kelmis.

Mein nächstes Ziel war eine Kriegsgräberstätte zum Gedenken an kanadische Soldaten, dessen Bomber in Kelmis abgeschossen wurde.

Das Denkmal befindet sich in der Kelmiser Straße in Kelmis (B), an der Abzweigung zur 'Boschhausener- straße'. Es erinnert an den Absturz eines kanadi- schen Bombers, der in den Morgenstunden des 3. Januars 1944 über Aachen getroffen worden war.

Boschhausenerstraße in B-4720 Kelmis

Während des Zweiten Weltkriegs erlebte die Luftfahrt wegen der vielen Luftkämpfe und Bombardierungen ihre größte Innovations- periode. Nachdem die Vereinigten Staaten im Krieg einbezogen worden waren, stieg die Produktion von Bombenwerfern sehr schnell. Alliierte Bomber waren jetzt andauernd unterwegs, um ihre tödliche Fracht über feindliches Gebiet abzuwerfen. Tagsüber bombardierten die Amerikaner, nachts die Engländer, die Austra- lier und die Kanadier - Werke, Kasernen, Straßen, Eisenbahn- linien, und und und.
Unter welchen Umständen genau dieser kanadische Bomber am 3. Januar 1944 über Aachen abgeschossen wurde und in Kelmis abstürtzte, weiß ich nicht. Fakt ist, dass im Januar 1944 die alli- ierten Luftangriffe zur Vorbereitung der 'Operation Overlord' be- gannen. So wurde bereits vier Monate vor der Durchführung der 'Operation Overlord' von den Alliierten eine Serie von Luftan- griffen gegen Ziele an der Kanalküste, der holländischen Küste u. im Reichsgebiet durchgeführt, mitunter um die Verteidigungsbe- reitschaft der deutschen Luftwaffe zu testen.

Handley Page Halifax

Ob der Absturz dieses Bombers nun in direktem Zusammenhang mit dieser Operation stand, großes Frage- zeichen... Bei der abgeschossenen Maschine handelte es sich womöglich um eine Handley Page Halifax der "Royal Canadian Air Force" (kurz RCAF).
Der Absturz dieses Bombers forderte 7 Menschenleben, 2 Soldaten wurden dabei verletzt, 2 entkamen.

Gemmenichs Befreierdenkmal

Das nächste Kriegerdenkmal ist offensichtlich religi- öser Natur, aber das stimmt in Wirklichkeit gar nicht. Hunderte Male bin ich daran vorbeigefahren, bis mein Arbeitskollege mich darauf hinwies, dass es sich hierbei durchaus um ein Kriegerdenkmal aus den beiden Weltkriegen handeln würde, danke dafür!

Das Denkmal befindet sich in GEMMENICH (B) auf dem kl. Platz im Herzen der Gemeinde, von Kelmis kommend, über Moresnet-Chapelle in Richtung Vaals bzw. Aachen, an der Hauptverkehrsachse zw. Plom- bières und Vaals. Vom kanadischen Denkmal aus ge- sehen etwa 5 Minuten Fahrt mit dem Auto.
Mittlerweile ist es viertel vor zwei, das Wetter hat sich inzwischen etwas gebessert und die Wolken scheinen sich mit und mit in Luft aufzulösen.
Als ich dort ankam, musste ich überraschenderweise feststellen, dass an dieser Stelle ein weiteres Krieger- denkmal steht, doch dazu mehr später.

Gemmenich, merci à nos libérateurs du 12 septembre 1944.

Le Colonel Peckham et ses hommes de la Première Division.

... heißt es auf der Ehrenplakette. Zu deutsch: "GEMMENICH, SEI DANK UNSEREN BEFREIERN DES 12. SEPTEMBERS '44. DER OBERBEFEHLSHABER PECKHAM UND SEINE MÄNNER DER ERSTEN US-DIVISION".

Und zwar war es das 3. Infanteriebataillon der ersten US-Infanterie-Division unter der Leitung des Oberbefehlshabers PECKHAM das die Randgemeinden um PLOMBIERES an jenem 12. September befreite.
ELISHA
PECKHAM: Elisha C. PECKHAM ist indianischer Abstammung und wurde am 11. März 1913 im Gebiet des heutigen US-Bun- desstaates 'Rhode Island' geboren. Er war eine gewissenhafte Persönlichkeit und unter seinen Soldaten sehr beliebt.
Im
Jahre 1944 beschloss die Gemeinde PLOMBIERES auf Bitten der Bevölkerung, dem Oberbefehlshaber PECKHAM und seiner Mann- schaft ein ehrenwürdiges Denkmal zu setzen. Letzteres wurde am 11. November 1944 im Beisein Peckhams offiziell eingeweiht. Daher auch der Name des Platzes ... "PLACE COLONEL PECKHAM".
Die erste US-Infanterie-Division durchquerte ganz Deutschland bis zur deutsch-tschechischen Grenze. Sie umfasste stolze 43743 Mann, wovon 21023 ihr Leben ließen für die Befreiung unseres Volkes. 696 ruhen auf dem US-Ehrenfriedhof von Henri-Chapelle.
Im Jahre 1965 stattete PECKHAM der Gemeinde noch einmal einen Besuch ab. Er wurde mehrmals ausgezeichnet. Gestorben ist er am 18. August 2003.

Bei meinen Recherchen und Googeln stieß ich auf diese beiden Fotos. Sie zeigen das Gemmenicher Be- freiungsdenkmal OHNE den Schutzengel.
Ich schlussfolgere daraus, dass die Gemeinde die ehrenwerte Statue irgendwann runtergenommen ha- ben muss, um sie zu restaurieren.

Gedenkstein Gemmenich

Bevor ich nun meinen Weg in Richtung VAALS fortsetzte, stattete ich diesem Gedenkstein noch einen Besuch ab, den ich jedoch rein zufällig bei der Besichtigung des Befreiungsdenkmals dort entdeckte. Es befindet sich ebenfalls auf der "Place Colonel Peckham", nur wenige Meter vom Befreiungsdenkmal entfernt.

Das
Denkmal wurde durch den 'Nationalverband von Plombières' errichtet und gedenkt der Kriegsfreiwilligen der beiden Kriege 14/18 - 40/45.

Die Zeit drängt...

Nicht viel Zeit blieb mir noch, wo ich doch noch so Einiges besichtigen wollte...

Tatort "Vaalser Quartier". Von Gemmenich aus gelangt man bequem über einen Waldweg ans Dreiländereck, wo mich zwei weitere Gedenkstätten erwarteten.

Zum "Dreiländereck Belgien - Deutschland - Niederlande" sei soviel gesagt: auch "Dreiländerpunkt" genannt, kann das besagte Dreiländereck mit dem Auto von Vaals (NL) oder von Gemmenich (B) aus erklommen werden. Es befindet sich auf dem Vaalserberg, westlich von AACHEN. Wegen 'Neutral-Moresnet" war das Drei- ländereck zeitweilig auch ein Vierländereck!

Vor Ort erwartet den Besucher zahlreiche touristische Aktivitäten, unter anderem der Aussichtsturm, genannt "Baudouinturm", der zu jeder Jahreszeit und zu fast allen Tagen und Uhrzeiten für wenig Geld besichtigt werden kann (tolle Aussicht von dort oben...). Außerdem dort vorhanden ein echtes Labyrinth, aus Hecken und Sträuchern geschaffen, ideal für Eltern und Kinder, die dort ein wenig verweilen möchten. Den Besucher erwartet außerdem vielseitige Wandermöglichkeiten sowie Spiel- plätze und kleinere Attraktionen für Kinder. Für das leibliche Wohl ist diesseits und jenseits der Grenzen ebenfalls gesorgt.

Seinerzeit VIERLÄNDERBLICK

Denkmal zum Gedenken an Pierre ROISEUX

Hoch oben auf dem Aussichtspunkt des Dreiländerecks befindet sich ein kleines Kriegerdenkmal zum Ge- denken an Pierre ROISEUX.
Pierre ROISEUX lief am 25. Dezember 1944 bei der Ardennenoffensive auf eine Mine, die ihm zum Verhängnis wurde. Er wurde dabei tödlich verletzt und starb noch am Unglücksort.
Auf der Gedenktafel ist in französischer Sprache Folgendes zu lesen:

Er war 20 Jahre alt
und gab seine Jugend und sein Leben
für die Sache, der er dienen wollte.
Gedenkt seiner in Ehrfurcht.
0
Seine Eltern

Pierre ROISEUX war belgischer Kriegsfreiwilliger und gehörte dem 6. Infanteriebataillon der ersten US-Infanterie-Division an. Er ist hier am 25. Dezember 1944 gefallen. Das Kriegerdenkmal gedenkt außer- dem anderen Kriegsfreiwilligen.

Gedenken an Pierre ROISEUX

"Via Dolorosa" - Gedenken an den Ersten Weltkrieg

Die nächste Erinnerungsstätte sei zwar dem Ersten Weltkrieg gewidmet, aber da sich dieses Denkmal in un- mittelbarer Nähe befand, nahm ich es natürlich auch in Augenschein.
Das Denkmal trägt den Namen "Via Dolorosa". Dessen Ziel ist es, auf die Leiden Belgiens im Ersten Welt- krieg aufmerksam zu machen.
Unter diesem Motto errichtet die Organisation "vrouwen voor vrede" jedes Jahr eine Gedenkstätte an be- deutsamen Orten, um so an die Greueltaten von 1914-1918 zu erinnern und für den Frieden zu werben.
Die Stadt Diksmuide ist die Stadt, in der der Einmarsch Deutschlands 1914 mit den Fluten der Stadt am Fluss Yser gestoppt werden konnte.
Die "Via Dolorosa"-Gedenkstätte wurde in Gemmenich aufgestellt, weil die deutschen Truppen hier belgisches Territorium betraten.
Der Würfel ist ein Symbol für verrostete Kriegsgerätschaften verschiedener Länder, die im Ersten Weltkrieg verwickelt waren.
Eingeweiht wurde die "Via Dolorosa" durch Vertreter der belgischen Veteranenvereinigung, Repräsentanten der Gemeinden Diksmuide und Plombières und natürlich auch durch die Organisation "vrouwen voor vrede". (Quelle: Grenz-Echo, Ausgabe vom 23. März 2011).

Über das Dreiländereck hinweg fuhr ich zu dem so genannten VAALSER QUARTIER an der deutsch-nie- derländischen Grenze. Dort ist ein Schild platziert, welches der "BUNDESSTRASSE 1" gewidmet ist.
Die
Bundesstraße 1, später die Reichsstraße 1 (R 1), war bis 1945 als Staatsstraße des Deutschen Reiches die wichtigste West-Ost-Straßenverbindung im Nor- den des damaligen Staatsgebietes, da die Reichs- autobahn Berlin–Königsberg nicht fertig gestellt wur- de.
1932 wurden geeignete Straßen zwischen Aachen, Berlin und Königsberg unter der Bezeichnung „Fern- verkehrsstraße 1“, ab 1934 „Reichsstraße 1“, zu- sammengefasst. Die 1392 Kilometer lange Reichs- straße 1 führte von der niederländischen Grenze bei Aachen über Berlin bis zum „Polnischen Korridor“ in Westpreußen.
Da die vielen Ortsdurchfahrten für den Fernverkehr denkbar ungünstig waren, wurde die Reichsautobahn Berlin-Königsberg geplant und in den 30
iger-Jahren bis 1942 teilweise gebaut.

Schild nahe der deutsch-niederländischen Grenze im Vaalser-Quartier

Im Jahre 1939 nahm Hitler unter anderem die Forderung nach einer exterritorialen Autobahntraße durch den Korridor zum Vorwand für den Krieg gegen Polen. Der Zweite Weltkrieg konnte beginnen.

Die Berliner Operation, die letzte Großoffensive, begann mit der "Schlacht um die Seelower Höhen" 1945. Die Rote Armee auf der Reichsstraße nach Berlin

Quelle: gedenkstaette-seelower-hoehen.de

Ausgebrannter Bus, der die Grenze zwischen britischer und sowjetischer Besatzungszone auf der Reichsstraße bei Helmstedt im Jahre 1945 markiert

Quelle: Zonengrenzmuseum Helmstedt (border museum Helmstedt)

Alle weiteren Informationen über die "Reichsstraße 1" findet ihr natürlich auch im Internet. Um auf die Seite Wikipedia's zu gelangen, HIER klicken.

Völkerich um Helmut Clahsen

Zurück nach Montzen benutzte ich die "Rue César Franck", wo ich noch dem Franziskanenkloster Völ- kerich einen Besuch abstattete.
Das ehemalige Kloster versteckte viele verfolgte Kinder von Gottesdienern vor den Nazis. Dazu gehörte auch HELMUT CLAHSEN und sein Bruder, deren Mutter Jüdin war und bereits 1939 wegen einer angeblichen Tuberkuloseerkrankung von den Nazis ermordet worden war.
Um zu überleben wurde Helmut zusammen mit seinem kleineren Bruder und 64 anderen verfolgten Kindern 1944 im Kloster Völkerich im belgischen Gemmenich versteckt.
2004 veröffentlichte Helmut Clahsen sein Werk "Mama, was ist ein Judenbalg?", in dem er seine jüdische Kindheit im Grenzland beschreibt.
Mittlerweile wurden über 35.000 Exemplare dieses regionalen Bestsellers verkauft.
Quelle (Text und Foto rechts): grenzgeschichte.eu, Dr. H. Ruland.
Das Foto unten zeigt das ehemalige Franziskanenkloster heute.

In der nachfolgenden Rubrik seht ihr diese Battletour noch einmal auf einer Karte.
Man sollte für diese Tour etwa 3 Stunden einplanen. Viel Spaß!

HIER gelangt ihr zur Karte

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