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Montzen Gare

MONTZEN

Das Göhltalviadukt ist ein absolutes Muss für Fotografen aber auch für Geschichtsinteressierte. Tagtäglich durchquere ich ihn. Zu mir nach Hause sind es von da aus gesehen rund 800 Meter, ein Katzensprung also. Westlich davon MONTZEN-GARE. Tatsächlich befindet sich mein Wohnsitz genau dazwischen. Solltet ihr schon in der Rubrik GÖHLTALVIADUKT gewesen sein, dort ist eine LANDKARTE, worauf zu erkennen ist, wo genau ich wohne. Zwischen zwei prächtigen Bauten, die historisch gesehen niemals in Vergessenheit geraten dürfen...!

Und zwar ereignete sich in Montzen in der Nacht vom 27. zum 28. April 1944 ein weiteres tragisches Kriegsereignis, das die hiesige Geschichte für immer verändern sollte: die Bombardierung der 'Gare de Montzen'.

Mit dem Beginn des Angriffs im Westen am 10. Mai 1940 fiel das belgische Eisenbahnnetz (kurz SNCB) den Deutschen, genauer gesagt der Deutschen Wehrmacht und Agenten der Deutschen Reichseisenbahn (kurz DR), zum Opfer.

Angesichts der Vielfalt der Aufgaben brachte die DR die SNCB-Mitarbeiter schnell in ihre Gewalt. Es waren die so genannten „Neu-Belgier“, die sich ihrer fügen mussten.

Die „Neu-Belgier“ gehörten der Kategorie Bürger an, die Bürger der Ostkantone von vor 1920 und von 1920 bis 1940 waren und nach der Abtretung dieser Kantone an Belgien die belgische Staatsangehörigkeit erlangten.

Schnell erkannten die „neu-belgischen“ Mitarbeiter, dass nicht alles mit rechten Dingen zuging. So stellten sie fest, dass bei der DR Leute tätig waren, die vor Kriegsbeginn in belgischen Bahnhöfen bedienstet waren. Man kann also sagen, dass die Übernahme von belgischen Eisenbahnmitarbeitern durch die DR in gewisser Weise „vorprogrammiert“ war.

Am 15. Mai 1940 wurde der Eisenbahnverkehr offiziell freigegeben. Die „Neu-Belgier“ wurden als Volksdeutsche eingestuft, alle anderen wurden Deutsche auf Widerruf.

Seit 1940 verpflichteten sich die "neu-belgischen" Eisenbahnmitarbeiter Kraft ihres Amtes, die Uniform der Deutschen Reichseisenbahn zu tragen. Alle anderen wurden davon ausgeschlossen, tatsächlich galten sie als „zeitweilig tätig“. Nichtsdestotrotz trugen manche diese Uniform, da ihre Vorgesetzten keinen Unterschied zwischen beiden Kategorien sehen wollten.

Bombardierung der GARE DE MONTZEN am 28. April 1944

Rückblick: besonders geprägt wurde der Zweite Weltkrieg durch den Einzug der amerikanischen Truppen Ende 1941. Die Bombenangriffe ließen nicht lange auf sich warten, allerdings waren diese zu Beginn der Bombardierungen 1942 recht ungenau, was vielen Zivilisten das Leben kostete. Schnell aber verzeichneten die Amerikaner große Erfolge, deren Zielgenauigkeit wurde von Bombardierung zu Bombardierung immer präziser, was ihnen letztendlich dazu verhalf, das Angriffsgebiet besser einzugrenzen.

Wir schreiben das Jahr 1944. Am Sonntag, dem 1. April gibt es mit der im Juni 44 vorgesehenen Operation Overlord und der Invasion in der Normandie einen erneuten Bombenangriff. Durch diesen Angriff sollten die Amerikaner für Verwirrung in den Rängen der Deutschen Wehrmacht sorgen und diese hinter die feindlichen Linien führen.

MONTZEN-GARE, wie sie genannt wird, zu deutsch „Montzen Bahnhof“, wurde in den Kriegsjahren 1914-1918 errichtet. Der Bau des Güterbahnhofs geht zurück auf den Bau der Eisenbahnstrecke von Aachen-West (D) nach Visé (NL), die zu Zeiten des Ersten Weltkriegs entstand. Eröffnet wurde MONTZEN-GARE am 28. Februar 1917, knapp zwei Wochen nach der offiziellen Inbetriebnahme der Strecke am 16. Februar 1917.

Obwohl die Strecke von Aachen-West nach Visé zunächst nur als reine Güterverkehrsstrecke vorgesehen und spekulativ mit dem Gedanken an eine Fernverkehrsstrecke für den Personenverkehr gedacht wurde, kam es ab dem Jahr 1919 zu regionalem Personen- verkehr auf der Strecke.

Mit dem Bau des Bahnhofs wurde außerdem eine Verbindung zum Abzweig MÜHLBACH geschaffen, später auch "Birken" genannt, über den ein Anschluss an die Strecke von Welkenraedt nach Gemmenich geschaffen wurde.

Im Jahre 1919 entstand ebenfalls von Montzen aus eine Verbindung in Richtung "Homburg/Chênée". Für diese Verbindung wurde am westlichen Bahnhofskopf, kurz vor dem GULPTUNNEL, eine Abzweigung eingerichtet.

MONTZEN-GARE: Zwischenstation auf dem Weg in die Vernichtungslager: die strategisch wichtige Eisenbahnlinie zwischen Deutschland und den Niederlanden, auch „Linie 24“ oder „Groener-Linie“ genannt, wurde ab 1940 dem Deutschen Reich einverleibt.

Angesichts der militärischen Vorgaben der Deutschen Wehrmacht nutzte es den Alliierten recht wenig, dass die GARE DE MONTZEN nicht wirklich zu den unmittelbaren Einzugsgebieten der deutschen Standgebiete gehörte.

Montzen in der Nacht vom 27. zum 28. April 1944: um 1.02 Uhr präzise ereignete sich in Montzen eines der wohl tragischsten Ereignisse dieser Gegend. Die Sirene ertönt. Bei recht frischem, jedoch trockenem, leicht bewölktem Wetter, die Leute schliefen tief und fest, schreckten diese plötzlich und völlig unerwartet auf: schlagartige Bombenangriffe der Alliierten auf die GARE DE MONTZEN machten die Nacht zum Tag. Es waren einige hunderte Bomben, die die Alliierten auf den Montzener Bahnhof und Umkreis warfen, allerdings beschränkten sich die Alliierten hierbei größtenteils auf Brücken und Viadukte. Zwar wurde die GARE DE MONTZEN von dieser Bombardierung zum Teil stark in Mitleidenschaft gezogen, man kann jedoch sagen, dass die Operation „missglückte“, weil der Großteil der Bomben hauptsächlich auf die bewohnten Gebiete von „Montzen-City“ fielen.

SS-Berichten zufolge fielen 315 Sprengbomben, 22 Blindgänger und 30 Brandbomben auf die GARE DE MONTZEN.

Trotz des unkontrollierten Sturmangriffs wurde die GARE DE MONTZEN stark in Mitleidenschaft gezogen, das GÖHLTALVIADUKT blieb jedoch weitgehendst verschont.

Von den Angriffen betroffen war hauptsächlich die Ostseite des Bahnhofs. Noch drei Tage zuvor wurden drei große Züge mit 60 Wagons nach Eupen evakuiert, die somit dem Drama entfliehen konnten und unversehrt blieben.

Durch die Bombeneinschläge, die etwa 5 bis 7 Meter tief waren und einen Durchmesser von etwa 15 Metern hatten, lagen zahlreiche Lokomotiven und Wagons in Trümmern. Ein mit Kerosin gefüllter Zug (24 Wagons) konnte allerdings aus den Flammen gerettet werden.

Der Angriff forderte rund 60 belgische und 24 deutsche Todesopfer, etwa hundert Häuser, darunter Schloss BELDERBUSCH, wurden völlig zerstört.

Nach der Bombardierung von 1944 wurde der Bahnhof provisorisch wieder aufgebaut. Der damalige Standplatz dieser provisorischen Baracke lässt sich heute nicht mehr rekonstruieren.

Erst im Jahr 1948 konnte der Eisenbahnverkehr über das Viadukt in Richtung Deutschland wieder aufgenommen werden. Die eigentliche Bedeutung des Güterbahnhofs Montzen liegt heute im Übergabeverkehr nach Deutschland.

Das Bahngelände erstreckt sich auf etwa 80 Hektar, 3,5 Kilometer Länge sowie 240 Meter Breite.

Die GARE DE MONTZEN heute

Weitere Bilder

In Montzen erinnern heute zwei Gedenkstätten an das tragische Ereignis von damals (auf dem Gemeindefriedhof und in der Rue Saint-Roch)

APPELL AN DIE GEMEINDE:
BITTE
SORGT FÜR DEN UNTERHALT DIESER EHRENWERTEN ANLAGEN!

A vendre...

Mit der freundlichen Unterstützung der Gemeinde PLOMBIERES/MONTZEN und ACEBOARD. Bild- und Fotomaterial: TROIS-FRONTIERES.be / SPOENCK.nl / FLICKR.com / BERND-BOECKMANN.de / Unternehmensarchiv der Grün & Bil- finger AG / GESSEN.de

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