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Festungsring Lüttich

FORTS IN BELGIEN


Die Geschichte der BEFESTIGTEN STELLUNG LÜTTICH (siehe auch P.F.L. I) findet ihren Ursprung im Europa des 19. Jahrhunderts.

Als zu Beginn des 19. Jahrhunderts Napoleon Bonaparte große Teile Europas eroberte und erneut große Spannungen in Europa auftraten, beschloss das Königreich Belgien, sich sowohl Deutsch- land als auch Frankreich gegenüber militärisch abzusichern (die Schlacht bei Waterloo südlich der belgischen Hauptstadt Brüssel 1815 war noch sehr lebendig).

Ein Verteidigungsprojekt musste her. Im Eilverfahren entstand ein Riesenunternehmen.

Bereits im Dezember 1886 wurden die entsprechenden Pläne dem seinerzeit amtierenden Verteidigungsminister vorgestellt. Das Projekt bestand in der Errichtung einer „Befestigten Stellung“ um LÜTTICH gegenüber Deutschland und um NAMUR gegenüber Frankreich.

1887 gab die belgische Regierung die nötigen Kredite für dieses Großprojekt frei. Am 28. Juli 1888 erfolgte der erste Spatenstich, 1890 wurden die Arbeiten zur Errichtung dieses Riesenunter- nehmens planmäßig abgeschlossen.

Befestigte Stellung um Lüttich (Klick für Großansicht)

Fortan sollten sechs große und sechs kleine Forts die belgische Stadt Lüttich umgeben:

-
Barchon, Fléron, Boncelles, Flémalle, Loncin, Potisse als große Forts
- Evegnée, Chaudfontaine, Embourg, Hollogne, Lantin, Liers als kleine Forts.

Sämtliche dieser Forts wurden mit dem damals völlig neuen Baustoff Beton gebaut (also kein Stahlbeton mehr) und mit den damals modernsten Waffen ausgestattet.

Schon zu Beginn des Ersten Weltkriegs galten die Forts als schwer überwindbar. Dennoch wurden sie von deutschen Angreifern inner- halb kürzester Zeit völlig zerstört.

In der Zwischenkriegszeit erfolgte der Wiederaufbau der acht nach Süden, Osten und Norden ausgerichteten Forts. Die vier nach Westen ausgerichteten Werke wurden aus dem aktiven Dienst genommen.

Im Mai 1940 wurde Lüttich durch die Errichtung von vier weiteren, völlig neuen Forts verstärkt:

-
Eben-Emael
- Aubin-Neufchâteau
- Battice
- Tancremont.

Fort Eben-Emael

Fort Battice

Eine verstärkte Verteidigung

Tatsächlich umfasste die „Befestigte Stellung um Lüttich“ sechs einander folgende Verteidigungslinien:

An erster Stelle die Alarmlinie längs der deutschen Grenze: sie bestand aus einer Vielzahl von Beobachtungsposten, deren Auf- gabe es war, bei Grenzverletzung Alarm zu schlagen und mit zahlreichen Zerstörungen zu beginnen.

An zweiter Stelle die vorgeschobene Stellung: sie erstreckte sich von Beusdael an der holländischen Grenze bis nach Stavelot und bestand aus 65 Unterständen, die in 9 befestigten Zentren gruppiert waren.

An dritter Stelle die Befestigte Stellung Lüttich I („Position Fortifiée Liège I“, kurz „P.F.L. I“): sie bildete einen Kreisbogen von Visé bis Comblain und verfügte über 178 Unterstände und 3 neue Forts.

An vierter Stelle die Befestigte Stellung Lüttich II („Position Fortifiée Liège II“, kurz „P.F.L. II“): sie verteidigte das rechte Maasufer längs der Linie der alten Forts von 1914. Sie bestand aus 6 aufgerüsteten Forts.

An fünfter Stelle die Befestigte Stellung Lüttich III („Position Fortifiée Liège III“, kurz „P.F.L. III“): sie sollte einen Durchbruch zwischen Maas und „P.F.L. II“ verhindern.

An sechster Stelle die Befestigte Stellung Lüttich IV („Position Fortifiée Liège IV“, kurz „P.F.L. IV“): sie verteidigte die Maas zwischen Pontisse und Engis und hatte 2 der 8 aufgerüsteten Forts inne.

So galt die „Befestigte Stellung um Lüttich“ im Zweiten Weltkrieg als unüberwindbar, doch weit gefehlt: der Angriff vom 10. Mai 1940 kam völlig überraschend. Gänzlich unvorbereitet wurde das Fort Eben-Emael, welches bis dahin als uneinnehmbar galt, in nur 15 Minuten eingenommen.

Weitere Festungsbauten fielen in den nächsten Kriegstagen in die Hände der Deutschen. Zunächst fiel Boncelles am 16. Mai. Tancre- mont hielt jedoch bis zum 29. Mai stand, also einen Tag nach der Kapitulation Belgiens am 28. Mai.

Fort Barchon

Fort Tancremont

Die Forts heute

Fort Loncin ist heute Soldatenfriedhof und Gedenkstätte mit angegliedertem Museum.
Die anderen Forts sind teilweise überbaut oder über- wachsen (so zum Beispiel Fléron und Pontisse) und daher nicht mehr sichtbar.
Andere wiederum dienen noch als Lagerplatz für das bel- gische Militär.

In Eben-Emael befindet sich ebenfalls ein Museum, die Stahlkuppeln und Geschütze sind größtenteils noch vor- handen.

Battice beherbergt heute neben Weideland einen Modell- flugplatz und einen privaten Schießstand. Innen- sowie Außenanlagen können geführt besichtigt werden. Dies gilt auch für Tancremont, Barchon, Liers und andere.

In den weiteren Rubriken gehe ich näher auf den 'Festungsring Lüttich' und die 'einzelnen Forts' ein. Solltet ihr das eine oder andere Fort kurzfristig besichtigen gehen, unbedingt Battice, Tancremont u. Eben-Emael vorrangig einplanen. Wer weiß schon, was morgen ist und wie lange die Forts für die Öffentlichkeit noch zugänglich sind? Ein Ausflug lohnt sich allemal!

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