bunkertours.be

Suche

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü


Eupen am 11. September

EUPEN

«Belgien wird dankbar bleiben»

Jean-Luc Dehaene, 1994

11. September 1944:

Eupen feiert die Befreiung

Das Ende eines Alptraums

Die amerikanischen Truppen treffen zwischen dem 10. und 12. September ein. Während der Tage der «Rundstedt-Offensive 1944-1945» bleibt die geschichtsträchtige Stadt EUPEN in amerikanischen Händen und nahezu unversehrt.

BELGIEN WAR WIEDER FREI...!
Die Befreier waren hauptsächlich Engländer, Amerikaner, Kanadier und Polen, aber auch
Franzosen, Tschechoslowaken, Niederländer, Luxemburger, Norweger, Dänen und
Russen haben zusammen mit den belgischen Streitkräften in Großbritannien zu dieser
Befreiung direkt oder indirekt beigetragen.

Nach 57 Monate langer Besatzung durch die deutschen Truppen des Nazi-Regimes wurde
EUPEN
am 11. September 1944 befreit.

Als im September 1944 auch für Eupen die Jahre der national-so- zialistischen Diktatur der Vergangenheit angehörten, verkündete ein Spruchband am Eupener Rathaus den Dank an die Alliierten und Be- freier.

Im Mai 1940 verzierte dieser Spruch das Eupener Rathaus.

Belgien nicht mit einem Schlag befreit

Belgien wurde allerdings nicht mit einem Schlag befreit. Die ersten alliier- ten Truppen betraten den belgischen Boden am 2. September 1944, die letzten Deutschen verließen das Land am 3. Februar 1945. Ver- schiedene Teile des Landes standen sogar länger unter Besatzung als einige Großstädte.

Das Foto rechts zeigt den Eupener Bürgermeister Hugo ZIMMER- MANN anlässlich seiner «Befreiungsansprache» am 7. April 1945. Mit dieser Rede, bei der auch der belgische Minister für zivile Kriegsopfer anwesend war, beginnt die Phase der «forcierten Assimilierung» der Eupen-Malmedyer. In patriotischem Pathos forderte der Bürgermeister seine Bürger auf, "nunmehr offen und ehrlich belgisch zu denken und belgisch zu fühlen." (Quelle: zeitenblicke.de).

Das Ende eines Alptraums

Als die geschichtsträchtige Stadt EUPEN an jenem 11. September 1944 befreit wurde, erschienen an diesem Tag nicht nur die Amerikaner, die innerhalb weniger Stunden zumindest im Eupener Land eine viereinhalbjährige deutsche Nazi-Herrschaft endgültig beendeten. Unmittelbar hinter ihnen richtete sich außerdem eine provisorische belgische Stadtverwaltung im Rathaus ein, das ihre deutschen Vorgänger wenige Tage zuvor Hals über Kopf geräumt hatten.
Man kann davon ausgehen, dass eine Mehrheit der Ostbelgier in den Amerikanern wirkliche Befreier sah. Wenn die Amerikaner hier trotzdem nicht mit dem überschwenglichen Jubel empfangen wurden, der ihnen in den übrigen Städten, aber auch in den benachbarten «altbelgischen» Gemeinden um Welkenraedt und Montzen entgegenge- schlagen war, liegt das u.a. daran, dass EUPEN und die ostwärts in Richtung Aachen gelegenen Gemeinden im un- mittelbaren Frontbereich lagen.

Eynatten hat von allen Ortschaften des Eupener Landes am schwers- ten unter den Befreiungskämpfen gelitten. Das Foto zeigt den Gasthof «Zur Post», der nur noch als Ruine vorzufinden war.

In Eupen wurden unweit der St.-Nikolaus-Pfarrkirche mehrere ameri- kanische Soldaten verwundet. Die Aufnahme zeigt einen Verwundeten am alten Postgebäude auf der Klötzerbahn.

Im Eupener Land forderte der 11. September
SIEBEN TOTE
unter der Zivilbevölkerung, meist durch
deutsches
Granatfeuer.

GEFECHT AM EUPENER MARKTPLATZ
Mehrere Häuser Ecke
Marktplatz/Klosterstraße
gingen in Flammen auf.

Sieben Opfer unter der Zivilbevölkerung am Tag der Befreiung

Neben mehreren Toten bei den amerikanischen Angreifern und bei den deutschen Verteidigern (die genaue Zahl ist nie festgestellt worden), gab es aber auch sechs Opfer unter der Eupener Zivilbevölkerung, darunter fünf durch den Beschuss deutscher Artillerie, und ein Eynattener Opfer zu beklagen.
Beim Detonieren einer Granate auf der Neustraße wurde ein kleiner Junge namens Theo SCHOLL verwundet, der später in den Armen von Elisabeth FRANKEN des Fotoateliers «FRANKEN» starb. Auch sein Vater Matthias SCHOLL war unter den Verwundeten, der später im Krankenhaus an den Folgen seiner Verletzungen starb.
Maria Katharina LEUSCH-PALM war auf dem Weg zur Kirche. Auf dem Heimweg ereilte sie der Tod, als eine deutsche Granate in die Fassade des Hotels «BOSTEN» schlug, Granatsplitter brachten der Frau tödliche Verletzungen bei.
Robert WAGNER wurde durch einen Granatsplitter getroffen, als er sich bei Verwandten aus dem Fenster lehnte. Er erlitt dabei tödliche Verletzungen. Genauso wie Hubert SCHLOSSMACHER, dem durch Granatsplitter tödliche Kopf- verletzungen zugefügt wurden.
Besonders tragische Umstände führten zum Tod des 42-jährigen Klaus LEFFIN. Er stand mit einem Bekannten vor dem Haus Nr. 37 auf der «SIMARSTRASSE». Die Kanone eines amerikanischen Panzers, der auf der Aachener Straße unweit der Klosterkirche stand, hatte eine Ladehemmung. Während der Reparatur löste sich versehentlich ein Schuss. Die abgefeuerte Granate schlug nahe der beiden Männer ein und tötete dabei LEFFIN, während der andere Mann nur leicht verwundet wurde.
Ungeklärt bleibt der Tod des Eynattener Briefträgers Joseph KAPP. Er war am Vormittag des 11. Septembers zur Post nach Eupen gekommen. Als er vom Postamt (heute Sitz der Regierung) durch die Postgasse in Richtung Hostert ging, wurde er von einem amerikanischen Soldaten getötet. Die näheren Umstände sind nie geklärt worden.

Das Fotoatelier «FRANKEN» auf der Neustraße in Eupen. Im Sep- tember 1944 gab es hier beim Detonieren einer Granate Tote und Ver- letzte. (Foto aus jüngerer Zeit).

Ein Stück Alt-Eupen verbrennt in den letzten Kriegsstunden

Vor der Inbesitznahme der Stadt EUPEN durch die alliierten Truppen am 11. September 1944 kam es am «EUPENER MARKTPLATZ» zu einem kurzen, jedoch heftigen Gefecht mit deutschen Verteidigern, wodurch der Platz schwerstens in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Alles schien vorüber, als ein deutsches Panzerabwehrgeschütz am frühen Nachmittag des 11. Septembers 1944 an der «Ecke Marktplatz-Klosterstraße» Stellung bezog.
Unglücklicherweise hatten sich vier deutsche Soldaten in den Kopf gesetzt, mit ihrem 7,5 cm-Pakgeschütz die Amerikaner zu stoppen. Das deutsche Panzerabwehrgeschütz hatte zuerst am Eingang zur Paveestraße Stellung ge- nommen, wechselte dann aber seine Position zur Klosterstraße unmittelbar am Marktplatz.
Als im frühen Nachmittag des 11. Septembers der Einmarsch der amerikanischen Truppen erfolgte und amerikanische Infanteristen längs der Häuserwände sichernd die Stadt besetzten, rückten auch immer mehr Panzerfahrzeuge vor, vor allem aus der Eupener Unterstadt.
Als der erste Sherman am «Eupener Hof» gelangte, trat die Pak in Aktion. Der erste Schuss des jungen Richtschützen traf den Panzer nicht. Der zweite hingegen saß. Der Sherman blieb bewegungslos liegen, während er von einem nach- folgenden Panzer am Drahtseil aus der Schusslinie gezogen wurde. Zuvor hatte dieser noch einen Schuss in das «La- denlokal RADERMACHER-CLOOTH» absetzen können.
Es folgten weitere Panzer, ein anderer kam aus der Hufengasse, von wo aus sich amerikanische Infanteristen vorge- arbeitet haben sollen. Mit ihren Schnellfeuergewehren sollen diese die Pakbesatzung außer Gefecht gesetzt haben. Die Leichen der Besatzung wurden kurze Zeit später weggeschaf
ft.

Bei der kurzen Kampfhandlung am 11. September 1944 fielen fünf Häuser der Ecke zur Klosterstraße einem Brand zum Opfer. Das Foto zeigt vier der Häuser im Jahr 1920.
Die Aufnahme rechts zeigt die ausgebrannten Reste des Geschäfts- lokals «Radermacher-Clooth» Ecke Marktplatz/Klosterstraße kurz nach dem tragischen Ereignis. Links im Bild das Pakgeschütz, dessen Rohr der Eupener Jugend noch lange als Schaukel diente.

Zu normalen Zeiten wäre die Brandkatastrophe am «Eupener Marktplatz», die drei Wohn- und Geschäftshäuser im Eupener Stadtzentrum in Schutt und Asche legte, für Wochen Gesprächsthema geblieben. Doch in den Tagen der Befreiung überstürzten sich die Ereignisse.
Dass zehn angesehene Bürger sechs Tage vor der Inbesitznahme bei Nacht und Nebel von der GESTAPO aus den Betten geholt und mit unbekanntem Ziel abtransportiert worden waren, hatte man sich nur unter vorgehaltener Hand zu erzählen gewagt.
Dass bereits am 11. September der größte Teil Belgiens erobert wurde und die Amerikaner damit Belgien von der deutschen Besatzung befreit hatten, ließ sich anhand des täglichen Wehrmachtsberichts nur mit Hilfe einer belgischen Landkarte erraten.
Dass generell der ganze Spuk vorbei sein sollte, daran konnte keiner glauben, wagte es nicht einmal zu denken.

Der ganze Spuk war vorbei

Glücklicherweise hat es bei dem Zwischenfall auf dem «Eupener Marktplatz» unter der Zivilbevölkerung weder Verletzte noch Tote gegeben. Die Brandgeschädigten waren trotzdem nicht zu beneiden. Sie besaßen nur noch das, was sie auf dem Leibe trugen und mussten unendlich lange warten, bis sie ihr Heim, das sie in wenigen Stunden verloren hatten, wieder aufbauen konnten. Gemessen aber an dem Grauen des Krieges, dürfen die Eupener sehr dankbar dafür sein, dass es bei diesen wenigen Opfern geblieben ist.

QUELLE: «GRENZ-ECHO»

Startseite | Einleitung | NEU AUF BUNKERTOURS.BE | NEWS / AKTUELL | Der Zweite Weltkrieg | Wie der Krieg nach Belgien kam | 10. MAI 1940 | EUPEN | MALMEDY | MONTZEN | MORESNET | STAVELOT | FORTS IN BELGIEN | P.F.L. I | FORT AUBIN-NEUFCHÂTEAU | FORT BATTICE | FORT EBEN-EMAEL | FORT TANCREMONT | BELGISCHE UNTERSTÄNDE | Soldatenfriedhöfe | Denkmäler und Grabsteine | Museen | BATTLETOURING | VERANSTALTUNGEN - AUSSTELLUNGEN | MEMORIAL DAY | PATENSCHAFTEN VON HENRI-CHAPELLE | Nadeln im Heuhaufen | Heimatgeschichte | Zeitzeugen | Familien-Erinnerungen | Auf den Spuren unserer Großväter | Interessante zeithistorische Funde | IN MEMORY OF | GÄSTEBUCH | LINKS | ZEITUNGSARTIKEL | BUNKERTOURS.BE IN DER PRESSE | GRABADOPTION | KONTAKT | VERSCHIEDENES | Sitemap

Yahoo! Wetter

Counter


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü