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Der MN7

BELGISCHE UNTERSTÄNDE

Die Befestigte Stellung Lüttich ("P.F.L. I" = Position fortifiée de Liège) sollte sich als "schwer zu überwindendes Hindernis" präsentieren. Der Anschlag auf das Fort Eben-Emael sowie alle weiteren belgischen Forts (Fort Battice, Fort Trancrémont) hat gezeigt, dass die belgischen Streitkräfte dem deutschen Angreifer machtlos gegenüberstanden. Am Beispiel des Fort Eben-Emaels, welches nur eine Viertelstunde nach Beginn des deutschen Angriffs im Mai 1940 durch die Luftlandeeinheiten außer Gefecht gesetzt wurde und am 11. Mai 1940 kapitulierte.

Die 'Befestigte Stellung Lüttich' war ein stra- tegisch-bedeutendes Verteidigungsprogramm des belgischen Verteidigungsapparates im 2. Weltkrieg. Sie war ganze 60 Kilometer lang und bildete eine Art Kreisbogen von 'Visé' nach 'Comblain'. Insgesamt drei neue mo- dernere Festungen (Aubin-Neufchâteau, Tan- crémont und Battice) sowie 178 belgische Unterstände bestückten diese neue Vertei- digungslinie.

Die 'P.F.L. I' diente im Besonderen der Ab- wehr des 'Herver Plateaus' (umgangs- sprachlich 'Herver Land'). Sie gliederte sich in sieben Abschnitten, die von belgischen Dörfern in kleineren Sequenzen abgetrennt wurden. Jeder Unterstand innerhalb eines Ab- schnitts setzte sich aus Buchstaben und einer Zahl zusammen. Der Buchstabe mar- kierte den genauen Standort eines Bunkers innerhalb von zwei Sequenzen. Um die Bun- ker untereinander zu unterscheiden, erhielt jeder Bunker der betreffenden Sequenz noch eine Zugehörigkeitszahl. Am Beispiel des eh- renwerten MN29: M="Margarins" / N="Neuf- château" / 29=Position 29.

Die Unterstände (Beobachtungs-/Luftschutz- bunker) sollten den Soldaten, den Waffen und der Munition bei einem Angriff den nötigen Schutz geben.

Der Standard-Unterstand der 'P.F.L. I' wies eine Länge von etwa 7 m und eine Breite von 4,6 m auf. Er war etwa 1,85 m hoch. Die Wände bestanden aus armiertem Beton, ca. 1,30 m dick.

Die Schießkammer war in etwa 2,70 m lang und 2 m breit. Von außen abgesichert durch eine Schleusenkammer mit zwei schussfes- ten Türen: die Kammertüre und die Außen- türe (= Haupteingang).

Die Unterstände wurden gebaut, um 220mm-Standard-Mörser und Artillerieangriffe mit Kalibern von bis zu 150 mm abzuwehren.

Zahlreiche Beobachtungsbunker mögen in der Bauweise vielleicht gleich ausgesehen haben, doch gibt es beim näheren Betrachten einzelner Anlagen kleinere aber auch größere Unter- schiede.

Der MN7

Diese Seite sei dem MN7 gewidmet, den ich anlässlich meiner Entdeckungstour im Aubeler Land besichtigte. Der Bunker ist in sehr gutem Zustand und entspricht der Bauweise eines Standard-MG-Unterstands der P.F.L. I. Der Haupteingang ist intakt, genau wie das Innenleben des Bunkers.

Der MN7 diente der Abwehr des "Val-Dieu-Tales". Der Bunker war mit einer Schießscharte der "Fonderie Royale des Canons" (kurz F.R.C.) ausgestattet. Diese Schießscharten wurde eingesetzt in Bunkern mit frontalem Angriff. Der MN7 diente eher der Verteidigung der weit- läufigen Wiesen und Täler und nicht des direkten Angriffs. Obschon der MN7 mit einer solchen Schießscharte ausgestattet war, hätte er eigentlich u. vielmehr eine Schießscharte des Typs "Chardome" benötigt.

Der Eingang (Tür I)

Tür II

Die Schießkammer mit einer Schießscharte der "Fonderie Royale des Canons"

Der MN7 verfügt über eine Schießscharte der 'Fonderie Royale des Canons', deren Eisenmontur fest im Mauerwerk eingefasst ist. Die Scharte des MN7 ist eine der wenigen Scharten, die in den Unterständen noch vorzufinden sind und die die Schrotthändler bisher noch nicht entdeckt und haben mitgehen lassen. Die nötige Abluft wurde durch die beiden Lüftungsklappen links und rechts der Scharte gewährleistet.

Auf dem Bild oben außerdem gut zu erkennen die 3mm dicken gewölbten Stahlbleche an der Decke, die bei einem Angriff dem Schutze der Insassen vor herunterkommenden Beton- teilen dienten.

Die zwei kleinen Haken nahe der Lüftungsklappen dienten der Befestigung der schweren Schießgewehre. Mittig der Decke erkennt man ein kleines Eisenteil. Die Überreste eines weiteren Hakens, an dem eine Öllampe befestigt werden konnte.

Auf den Seitenwänden erkennt man jeweils die drei großen Haken, an denen früher Re- gale hingen. Darunter bedeutend kleinere Haken, die früher hauptsächlich als "Kleider- ständer" genutzt wurden.

Die genaue Anzahl der Haken war von Bunker zu Bunker ganz unterschiedlich. Meistens wa- ren die Bunker mit den Haken ausgestattet, die der Befestigung der Waffen u. Kleidungs- stücke dienten. Äußerst selten waren in den Kleinbunkern auch Regale vorzufinden.

Szene einer F.R.C. im Einsatz, zu sehen im 'Remember Museum', Thimister

Im direkten Vergleich die Schießscharte des MN7 mitsamt seiner Montur

Der Außenbereich

Auch von außen macht der Bunker heute noch insgesamt einen soliden Eindruck und ist in einem absolut unversehrtem Zustand, sofern ich dies beurteilen kann. Die Umrandungen der Schießscharte sind auch von außen noch gut zu erkennen. Beim MN7 handelt es sich eindeutig um einen belgischen Standard-Kleinbunker. Auf den ersten Blick zu erkennen durch seine rechteckige Form, gut getarnt durch umliegende Bäume.

Blick vom Bunkerdach frontal auf die Straße und das Hinterland

Seitlicher Blick

Zu finden ist der MN7 in der RUE HOUYEUX in B-4654 CHARNEUX. Fahrt die ROUTE DU VAL-DIEU etwa einen Kilometer und zwar die ROUTE DU VAL-DIEU, die die Verbindung zwischen der Gemeinde HERVE und der Randgemeinde CHARNEUX schafft. Die Anlage befindet sich auf der linken Seite. Von der ROUTE DU VAL-DIEU aus gut sichtbar!

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