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Denkmal Verviers

Denkmäler und Grabsteine

Als das Deutsche Reich am 1. August 1914 die Mobilmachung anordnete und Russland den Krieg erklärte, vereinigten sich das 1. Infanterie-Regi- ment und das 21. Infanterie-Regiment zu einer Brigade. Es war die erste selbstständige Brigade des Ersten Weltkrieges. Das 1. Infanterie-Regi- ment belagerte zu diesem Zeitpunkt die belgische Stadt Gent.

Am 2. August 1914 forderte das Deutsche Reich von Belgien ein Durchmarsch-Recht. Belgien lehnte ab.

Am
3. August 1914 erklärte das Deutsche Reich der französischen Republik den Krieg. Am darauf fol- genden Morgen marschierten deutsche Truppen in Belgien ein.

Die Belgier wehrten sich vehement gegen die über- mächtigen Deutschen. Die Briten änderten daraufhin ihre öffentliche Meinung, sodass der britische Bot- schafter in Belgien am 4. August 1914 dem deutschen Reichskanzler ein befristetes Ultimatum überreichte mit der Forderung, die belgische Neutra- lität zu achten. Da deutsche Truppen die belgische Grenze bereits überschritten hatten, kam dies einer Kriegserklärung gleich.

1. und 21. Infanterie-Regiment

Gleich zu Beginn der "Kampagne 1914-1918" sicherten das 1. und das 21. Infanterie-Regiment die Verteidigungsstellung an der Gete. Nachdem die deutschen Truppen am 20. August 1914 Antwerpen erobert und die belgischen Streitkräfte nach Westflandern zum Rückzug gezwungen hatten, entschloss sich König Albert I. zu einer Gegenoffensive. Er führte 80.000 Mann der Feldarmee in die Festung Antwerpen, wo sich neben der eigentlichen Besatzung von 70.000 Mann insgesamt 150.000 Mann bis zum Eintreffen der 'Streitkräfte der Entente' behaupten sollten.
Am 25. und 26. August 1914 unternahmen König Albert I.-Streitkräfte einen Angriff im Arrondissement Mecheln, der Verluste von etwa 4.000 Mann kostete. Ein weiterer Angriff fand vom 8. bis zum 13. September 1914 im flämischen Brabant statt, bei dem weitere 8.000 Soldaten getötet bzw. verwundet wurden. Das 1. und das 21. Infanterie-Regiment, das vom 25. August bis 11. September 1914 in diesen Gefechten verwickelt war, verteidigte in dieser Zeit das Ufer östlich des Canal de Willebroek und die Westfront 'Humbeek-den- Heuvel-Eversem' bei Grimbergen.
In den nächsten Tagen und Wochen wurde die Stadt Antwerpen erneut von den deutschen Truppen beschossen, worauf sich die verbliebenen belgischen (und britischen) Truppen absetzten. Jedoch waren sie bereits Ende Oktober 1914 wieder im Einsatz und nahmen an der 'ersten Flandernschlacht' oder Ypernschlacht teil. Während das 21. Infanterie-Regiment hierdurch vollkommen aufgelöst worden war, beteiligte sich das 1. Infanterie-Regiment vom 17. bis 31. Oktober 1914 an den Kämpfen. Nach der Niederlage von Dixmude am 10. November 1914 wurde das 1. Infanterie-Regiment allerdings um ein Bataillon erheblich de- zimiert. Das Regiment sollte jedoch weiterhin der "Garde sacrée" angehören und die Sol- daten kämpften weiter tapfer an verschiedenen Fronten der Region.
Ende Dezember des Jahres 1916 formierte das 21. Infanterie-Regiment dann wieder eine Brigade mit dem 1. Infanterie-Regiment, anschließend unterstand das 21. Infanterie-Re- giment dem direkten Kommando des 5. Infanterie-Regimentes.
Bei der Befreiungsoffensive am 28. September 1918 wurde der Feind, der zwischen Ypern und der Scarpe an mehreren Stellen gegen die belgischen Verteidigungslinien vorgestoßen war, von der belgischen Armee abgewiesen. Das 5. Infanterie-Regiment hielt zu diesem Zeipunkt die Front zwischen Nieuwpoort und Dixmude und zwang die deutschen Stellungen entlang des Ufers südlich der Yser zum Rückzug.
In der ersten Oktoberhälfte kündigten das 1. und das 21. Infanterie-Regiment ihren Vorstoß nach Osten an und rückten so zunehmend an die belgische Küste vor. Am 16. Oktober 1918 erreichten sie die Ostfront 'Oostende-Oudenburg'.
Am 18. Oktober 1918 rückten beide Regimente über Maldegem weiter landeinwärts ein, um den Kanal von La Lys einzunehmen. Während das 21. Infanterie-Regiment den Norden der Region sichern sollte und bis Celiebrug vorstieß, stoppten die Einheiten des 1. Infanterie- Regimentes vor Balgerhoeke bei Eeklo.
Bis zum 2. November 1918 hatten sich die Einheiten erbitterten Widerstand durchzusetzen, um anschließend entlang der belgisch-holländischen Grenze ihren Vormarsch auf den 'Kanal von Gent-Terneuzen' einzuleiten. Dort beendeten sie den Krieg und sollten fortan Teil der Besetzungsarmee in Deutschland werden.
Die Regimente erhielten die Bezeichnung ANTWERPEN - YSER - DIXMUDE - CELIEBRUG - BALGERHOEKE.

Daher die Namen der fünf belgischen Ortschaften auf diesem Vervierser Kriegerdenkmal

Das Denkmal wurde errichtet, um an die tapferen Soldaten des 1. und 21. Infanterie-Regimentes 1914-18, deren Geschichte oben nachzulesen ist, zu erinnern. Außerdem gedenkt das Denkmal den gefallenen Soldaten des Zweiten Weltkriegs. Das Hauptaugenmerk richtet sich dabei offensichtlich auf die Geschehnisse des Ersten Welt- krieges.

Fahne zu Ehren des 21. Infanterie-Regimentes

Seit dem 9. September 2003 unterliegt die Fahne des 21. Infanterie-Regimentes der strengen Bewachung der 'Military Police Group'. Sie zeigt die drei Farben des Königreichs Belgien und trägt die Inschrift "YSER-ANVERS-CELIEBRUG-DIXMUDE-CAMPAGNE 1914-1918".

Die Fahne des 12. Regimentes Prinz Leopold ist der Fahne des 21. Infanterie-Regimentes sehr ähnlich. Anläss- lich einer Gedenkfeier in der belgischen Stadt Gent am 12. Januar 1832 überreichte König Leopold I. erstmals die Fahne an den seinerzeit amtierenden Leutnant Devaux. Heu- te ist auf der Fahne Folgendes zu lesen: "LIEGE-ANVERS-DIXMUDE-YSER-MERCKEM-STADENBERG-LA LYS-CAMPAGNE 1914-1918-LA LYS 1940".

LIEGE (dt. LÜTTICH): um den Soldaten des 12. Regimentes anlässlich der glorreichen Verteidigung der Stadt LÜTTICH im August 1914 zu gedenken. ANVERS (dt. ANTWERPEN): um dem 12. Regiment im Rahmen der Belagerung von ANTWERPEN 1914 zu gedenken. DIXMUDE: für die gute Führung des Regimentes anlässlich der Gefechte vom 14. bis 26. Oktober 1914. YSER: Schlacht an der YSER im Herbst 1914. MERCKEM: um dem 12. Regiment bei seinen Kämpfen vom 17. April 1918 zu gedenken. STADENBERG: um die außerordentliche Bereitschaft des 12. Regimentes anlässlich der Befreiungsoffensive im September 1918 zu würdigen. LA LYS: um dem 12. Regiment anlässlich der glorreichen Kämpfe des 14., 15. und 16. Oktobers 1918 zu gedenken.

LA LYS 1940: Als die deutsche Armee am 24. Mai 1940 neue Feuerstellungen bezog und die Lys Schauplatz heftiger Gefechte zwischen den belgischen Streitkräften und dem 'deutschen Infanterie-Regiment 73' bei ihrem Übergang über die Lys wurde, leistete das 12. Infanterie-Regiment trotz hoher Verluste erbitterten Widerstand und konnte sich auch gegen die zweite Gefechtsstaffel der deutschen Armee stark durchsetzen.

Das Denkmal befindet sich in der RUE DU PALAIS in B-4800 VERVIERS, unweit des 'Vervierser Bahnhofs'. Die drei folgenden Bilder zeigen das Kriegerdenkmal mit dem Vervierser Justizpalast aus dem 19. Jahrhundert und die ehemalige Nationale Bank in der RUE DE LA BANQUE. Im direkten Umfeld befindet sich, außerdem in der RUE DE LA BANQUE, eine Gedenkplakette für vier Soldaten, erschossen im Ersten Weltkrieg durch die deutsche Armee.
Die "1" auf dem Bild unten symbolisiert übrigens die Vereinigung des 1. und des 21. Infanterie-Regimentes zur ersten offiziellen Brigade des Ersten Weltkriegs.

Links: Vervierser Justizpalast / Rechts: die 'Banque Nationale'

Wer sich für die Geschichte Belgiens im Ersten Weltkrieg interessiert, im Internet gibt es einen sehr interessanten Artikel über Belgien im "Grande Guerre", geschrieben von Laurence van Ypersele.

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