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Denkmal Kusy

Denkmäler und Grabsteine

26. Juli 2012. Der Tag kündigte sich sonnig und warm an. Abends fuhr ich nach Eupen, da ich mich dort mit einem weiteren Geschichtsinteressierten verabredet hatte und ich mich demnach sehr auf dieses Treffen freute. Ich war früh dran, sodass ich einen Umweg über Welkenraedt in Richtung Baelen machte. Ich wusste, dass sich im Ortskern von Baelen ein sehenswertes Kriegerdenkmal befand. Ich wusste aber nicht, dass ich inmitten der Felder auf ein anderes, nicht weniger interessantes Kriegerdenkmal stoßen würde.

BAELEN (B) ist eine kleine Gemeinde zwischen Eupen und Verviers mit etwa 5.000 Einwohnern. Die erste Erwähnung des Ortes „Baelus“ stammt aus dem Jahre 888.

Nach der Niederlage der französischen Armeen 1815 in Waterloo kam Baelen (sowie Membach), wie auch der Rest des Landes unter holländischer Herrschaft zu Westpreußen. So bildeten die östlichen Gemeinde- grenzen von Baelen und Membach von 1815 bis 1920 die belgische Staatsgrenze zu Preußen.

Zu
Baelen gehören Nereth, Overoth, Hof, Heggen, Honthem und das unmittelbar an der Grenze zu Eupen gelegene ehemalige Kloster Garnstock, das wäh- rend des Krieges 39/45 durch deutsche Soldaten besetzt wurde.

Seit
der Unabhängigkeit Belgiens 1830 ist Baelen bis heute Teil des Landkreises Limburg/Verviers und wird von den Gemeinden Eupen, Limburg, Welkenraedt und Lontzen begrenzt. Membach wurde seit der Gemein- defusion von 1976 eingemeindet. Flächenmäßig war Membach (7103 ha, davon 6705 ha Wald) eine der größten Gemeinden Belgiens.

Das
in Baelen zentral gelegene Kriegerdenkmal zu Ehren der Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs gehört heute wohl zu den Hauptsehens- würdigkeiten der Gemeinde.

Kriegerdenkmal in BAELEN (B)

Ehemaliges Franziskaner-Kloster auf Baelener Gebiet

Erster Weltkrieg. In den frühen Morgenstunden des 4. August 1914 marschierten die deutschen Soldaten in das neutrale Belgien ein, um Frankreich in den Rücken zu fallen, völkerrechtswidrig.
Nur wenige Meter von der preußischen Grenze bei Eu- pen entfernt drangen am Abend des 7. August 1914 Angehörige eines Hannoveraner Regiments in das Klos- ter GARNSTOCK ein, aus dem man sie angeblich be- schossen hatte.
In der Nacht vom 8. auf den 9. August 1914 wurden in Overoth und Baelen, nur zwei Kilometer
weiter ent- fernt, 17 Zivilisten erschossen, darunter ein dreizehn- jähriges Mädchen, zwei Frauen von 24 und 62 Jahren und 13 Männer zwischen 30 und 68 Jahren (an sie erinnert noch heute ein Denkmal mit den Fotos der Opfer auf dem Baelener Friedhof!).
Während des Zweiten Weltkrieges und danach er- lebte das Kloster Garnstock eine wechselhafte Geschichte. Ab 1940 gingen die deutschen Soldaten am Garnstock ein und aus. Die ersten, die dort eintrafen, gehörten zur SA-Motorradstaffel.
In den Jahren 1942 und 1943 wurde das Kloster in eine Lehrerbildungsanstalt umfunktioniert. Mit dem politischen und militärischen Umschwung wechselte dann auch die »Besetzung« des Garnstocks.

Zunächst hatten im Garnstock die Amerikaner das Sagen, die dort zeitweilig politische Häftlinge untergebracht hatten. Viele Eupener haben damals den Garnstock so von einer anderen, unerfreulichen Seite kennengelernt: als Internierungslager. Bis zu 570 Menschen waren hier in Haft. Die Amerikaner ließen das Kloster in einem »fürch- terlichen Zustand« zurück.
Dann erhielt das Kloster wieder eine andere Bestimmung. Lungenkranke deutsche Kriegsgefangene fanden nun hier Unterkunft. Es dauerte bis 1950, ehe der letzte deutsche Gefangene das Franziskaner-Kloster wieder verließ.
Die Luftbildaufnahme oben zeigt den Garnstock-Komplex im Jahre 1977. (Quelle: Grenz-Echo).

Stanley A. Kusy

Am 30. Juli 1943 wird eine amerikanische Boeing B-17 («Flying Jenny») über Ostbelgien von den deutschen Besatzern abgeschossen. An Bord der Maschine «Stanley A. Kusy», der beim Versuch, sich zu retten, von einer Hochspannungsleitung erfasst wurde und so auf tragische Weise ums Leben kam...

«Flying Jenny»

Ist der Deckname einer der 20 amerikanischen Bomber der 525. Bomberstaffel der 8. U.S. Air Force gewesen, die an jenem 30. Juli 1943 im Deutschen Luftraum im Einsatz waren. Konkret handelt es sich dabei um eine «Boeing B-17 Flying Fortress». Die technischen Daten dieses Mittelstreckenbombers findet ihr HIER.

Die Geschichte

Es war der 30. Juli 1943, gegen 8 Uhr morgens. Ein ame- rikanischer Mittelstreckenbomber (Boeing B-17) über- schreitet die Grenze des deutschen Reichs. Wenige Zeit vorher war er noch mit ungefähr 20 weiteren Maschinen über Kassel-Bettenhausen (D) im Einsatz, um einen Luftangriff auf mehrere deutsche «Fieseler» zu starten. Doch die Deutschen sitzen der «Flying Jenny» tief im Nacken. Ein deutsches Ge- schütz, das in Herbesthal (B) stationiert war, trifft die Ma- schine hart.

Gaston Schyntz und ein Freund beobachteten den Absturz der Maschine und schilderten den Ablauf wie folgt.

"
Wir befanden uns auf dem Nachhauseweg von der Schule und sahen, wie ein amerikanischer Bomber B-17 von einem deutschen Geschütz abgeschossen wurde. Die Besatzung rettete sich mit Fallschirmen. Dabei hatte ein Soldat allerdings das Pech, in die Nähe einer Hochspannungsleitung zu ge- langen. Von der 70000-Volt-Leitung sprangen Funken auf die Metallteile der Ausrüstung des GIS über und setzten dessen Uniform in Brand. Wir befanden uns unmittelbar unter dem brennenden Soldaten, hörten dessen Hilferufe, konnten je- doch nichts unternehmen. Eine Windboe erfasste nach einigen Sekunden den Fallschirm des Unglücklichen und trieb ihn von der Hochspannungsleitung fort. Etwa 300 Meter weiter stürzte der Soldat in eine Wiese des «Gutshofs Latebau» und war auf der Stelle tot."

Heute erinnert in BAELEN ein Denkmal an das tragische Schicksal des amerikanischen Soldaten. Es ist die Bae- lener Familie Léon Königs, die dieses Denkmal (damals noch ein Kreuz!) an der Gasse zum Gutshof «Cor- busch» errichten ließ. Es befindet sich nur 100 Meter vom Unfallort.

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Kusys Nichte gefunden

Über die Identität dieses jungen amerikanischen Soldaten waren lange keine weiteren Einzelheiten bekannt (Anfragen von Gaston Schyntz bei den amerikanischen Behörden waren ohne Ergebnis geblieben), bis man über gute Kontakte die Nichte des GIS ausfindig machen konnte. So weiß man jetzt, dass Stanley A. Kusy auf dem Foto unten der zweite Mann oben rechts ist. Leider hat man die Nichte bisher nicht nach Baelen bewegen können.

Kusy ist begraben in Arlington (USA), genauso wie zwei weitere amerikanische Soldaten, die den Absturz nicht überlebten. Ein anderer Soldat ruht auf dem Ehrenfriedhof von Henri-Chapelle. Die sechs restlichen Soldaten an Bord der Boeing B-17 sollen überlebt haben.

Kusys Gedenkstätte noch in 2003 - Damals verzierte ein Kreuz die Anlage

Jahr für Jahr nimmt die «Königliche patriotische Verei- nigung der ehemaligen Militärangehörigen von Baelen- Membach» Kusys Jahrestag zum Anlass, dieses Ereig- nis in denkwürdiger Erinnerung zu erhalten.

1993
legten Gaston Schyntz und Jean Vaessen, Prä- sident der Vereinigung der ehemaligen Kriegsteilneh- mer von Baelen, die Blumen nieder (Foto).

Memorial 2005 (mit alter Plakette)

Eine ausführliche Berichterstattung zum «Memorial Kusy 2012» findet ihr
HIER

Memorial 2008 (mit alter Plakette)

In memory of this soldiers that have given their lives in our World War

Stanley A. Kusy - Der zweite Mann oben rechts

Zu finden CORBUSCH in
B
-4837 BAELEN

Fotos «Memorials 2003, 2005, 2008»
Günther W., Welkenraedt

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