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Denkmal Hénault / Choquet

Denkmäler und Grabsteine

Dieses Denkmal befindet sich in ENSIVAL (B) und wurde errichtet zu Ehren von André HENAULT und Edouard CHOQUET aus Ensival, getötet am 9. September 1944 von einer Gruppe deutscher Soldaten. Auf ihrem Nach- hauseweg (?) trafen die insgesamt sieben Widerstandskämpfer durch Zufall auf eine «deutsche Kolonne», die den Bahnhof von PEPINSTER in Brand gesetzt hatte, noch bevor sie die Flucht in Richtung SPA ergriff. Die Jugendlichen hatten keine andere Wahl, als sich der «30(?)-Mann-Besatzung» zu stellen. Es kam zu einem kurzen, aber heftigen Schusswechsel, bei der Hénault und Choquet ums Leben kamen.

Verviers 1944

Die Befreiung der einstigen Textilindustriestadt VERVIERS durch die Alliierten erfolgte am 9. September 1944. Erste Panzergeschütze der 3. US-Panzerdivision trafen gegen Mitternacht im Ortsteil LAMBERMONT ein. Gegen 13.00 Uhr wurde VERVIERS von den Nazis befreit. Beim Befreiungseinmarsch der amerikanischen Soldaten war die Bevölkerung erst noch zurückhaltend, schnell aber wurde die 3. US-Panzerdivision des VII. US-Korps unter der Leitung des Gene- ral-Majors Joseph Lawton COLLINS von der Vervierser Bevölkerung bejubelt und als Befreier begrüßt.

Gegen 13.30 Uhr trafen die amerikanischen Truppen auf der „Pont du Chêneein. Die Menschenmenge war so gewal- tig, dass der Vorstoß der «Befreier» nur noch stockend voranging. Die Stadt VERVIERS stand für 52 Monate unter deutscher Besatzung. Die ersten Amerikaner erreichten VERVIERS über HODIMONT. Heute erinnert in HODIMONT ein Kreisverkehr an den Einmarsch der Amerikaner 1944. Dieser wurde anlässlich des «60. Jahrestages der Befreiung» auf den Namen Rond-point du 9 septembre 1944 - Libération de Verviers getauft.

Amerikanischer Spähpanzer M20 des 83rd Recon Battalions (?) anlässlich des Befreiungsmarschs am 9. September 1944 (Quelle: U.S. Army Signal Corps Photographs of the 3rd Armored Division in WWII)

Halftrack F-14 der Kompagnie F des 36. US-Infanterie-Regiments anlässlich des Befreiungsmarschs am 9. September 1944 (Quelle: U.S. Army Signal Corps Photographs of the 3rd Armored Division in WWII)

Die Befreiung Ensivals

Nicht ganz so reibungslos verlief die Befreiung des Vervierser Ortsteils ENSIVAL am 10. September 1944. Zumindest kam es in ENSIVAL am 9. September noch zu einem tragischen Zwischenfall, bei dem zwei Menschen aus der Bevölkerung ums Leben kamen.
Die Befreiung hatte gewiss begonnen und doch hatten deutsche Soldaten, nur wenige Wochen vor der Befreiung des Vervierser Raums, bei PEPINSTER auf den Höhen ein FLAK-Geschütz in Stellung gebracht. Bei einem Angriff sollte das Eisenbahnnetz und die Eisenbahnbrücke von „La Raye“ rechtzeitig zerstört werden.
Am 9. September 1944, gegen 16 Uhr, begaben sich André HENAULT, sein Bruder Georges und fünf wei- tere Mitglieder der «Armée secrète» auf die Anhöhe "Gérardheid" in ENSIVAL. Die Widerständler wussten, dass sich die Deutschen dort aufhielten. Viele hatten womöglich die Flucht ergriffen, andere hätten sich dort möglicherweise noch aufhalten können. Letzteren sollte auf gut Deutsch gesagt "gehörig die Fresse poliert werden".
Oben angekommen stellten die Widerstandskämpfer fest, dass die Deutschen abgezogen waren, nachdem sie am 4. September 1944 die Brücke gesprengt und die FLAK-Stellung somit unbrauchbar gemacht hatten.
Die sieben Männer machten sich auf den Weg nach PEPINSTER. Sie schlugen dabei einen anderen Weg ein. Durch Zufall trafen sie auf eine deutsche Kolonne, die den Bahnhof von PEPINSTER in Brand gesetzt hatte, noch bevor sie die Flucht in Richtung SPA ergriff. Die Jugendlichen hatten keine andere Wahl, als sich der "30"-Mann-Be- satzung zu stellen. Es kam zu einer kurzen, aber heftigen Auseinandersetzung. Tatsächlich forderte ein Schusswechsel zwei Menschenleben, das von André HENAULT und Edouard CHOQUET.

Die Befreiung Ensivals durch die Alliierten am 10. September 1944
Auf dem Foto steht auf dem Fahrzeugturm in Kreide geschrieben: „Vive l'Amérique. Vengez Choquet et André Hénault, morts fusillés.“
(Es lebe Amerika. Im Gedenken an die getöteten Vengez Choquet und André Hénault)

Antike Fotoaufnahme der Brücke von „La Raye“ in Ensival (Wegnez)

Die Eisenbahnbrücke heute

Getötet am 9. September 1944 in Ensival von den Deutschen

André HENAULT

Edouard CHOQUET

Heute sind viele der Ansicht, dass das Ende des Zweiten Weltkrieges in Belgien mit der Befreiung von September 1944 eintrat. Aber für die Menschen in unserer Region war das Schlimmste noch nicht überstanden. Für den Vervierser Historiker und Spezialist des Zweiten Weltkrieges, Jacques Wynants (Foto), drang die Ardennen-Offensive bis nach VERVIERS vor.

VERVIERS war damals insofern von den Nazis bedroht, da Letztere schließlich bis kurz vor SPA vorstießen. Je- denfalls wurde für den Historiker Jacques Wynants VER- VIERS ohne Zweifel in die «Ardennen-Offensive» einbe- zogen. Einige Eckdaten und Erläuterungen zu den Ge- schehnissen in VERVIERS 1944-1945 geben hierüber Auf- schluss.

16. Dezember 1944: Beginn der Ardennen-Offensive. Verviers wird mit Granaten bombardiert, abgefeuert von einem deutschen 280-mm-Artilleriegeschütz. Das Bombardement verursacht erhebliche Schäden und es sind Tote zu ver- zeichnen.
17. Dezember 1944: 84 (?) amerikanische Gefangene werden bei Baugnez von Angehörigen der deutschen Waffen- SS massakriert. Die ersten Verwundeten wurden nach Verviers versetzt zur Behandlung in ein Lazarett. In Verviers wurde außerdem jener verwundete Soldat behandelt, Opfer des Massakers von Stavelot.
19. Dezember 1944: Das erste weibliche Opfer in Verviers. Eine deutsche Granate trifft die Vervierser Normalschule. Eine junge, ehrenamtliche Helferin (26 Jahre) kommt dabei ums Leben: Kay Cullen, das «erste amerikanische Opfer der Ardennen-Offensive».
26. Dezember 1944: Zahlreiche Bombardements zerstören erneut weite Teile Verviers. Viele Verletzte und materielle Schäden sind zu beklagen.
27. Dezember 1944: Im Granatenhagel auf Verviers kämpft das örtliche Gymnasium um sein Überleben.

Insgesamt sollten die Bombardements auf das Vervierser Ballungsgebiet noch bis Anfang Januar 1945 andauern. Bis dahin war das Leben in Verviers für fast einen Monat komplett lahm gelegt.

Dieses Foto während der «Ardennen-Offensive 1944-1945» ging in die Geschichte ein

Im Gedenken an André HENAULT und Edouard CHOQUET wurde in ENSIVAL ein Denkmal angelegt, unweit der Stelle, wo sich einst der tragische Vorfall ereignete. Jedes Jahr findet dort eine «kleine Gedenkfeier» statt, deren Organisator die Fraternelle de l'Armée secrète ist, eine Gruppierung des belgischen Widerstands während des Zweiten Weltkrieges.

Zu finden in der
"Rue Gérardheid" in
B-4800 ENSIVAL


Ausführliche Berichterstattung
über die
«Gedenkfeier 2013»

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