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«Bouck-Denkmal»

Denkmäler und Grabsteine > Denkmal Lanzerath

Denkmal zu Ehren des 394. Infanterie-Regiments (99. US-Infanteriedivision)

Etwas abgelegen jedoch gut sichtbar von der Hauptstraße gedenkt dieses Denkmal am Ortseingang von LANZERATH (B) dem «394. Regiment für Aufklärung und Spionage (I&Rder 99. US-Infanteriedivision.

Unter dem Kommando des Leutnants Lyle BOUCK (Foto) leisteten 18 blutjunge Soldaten bei Ausbruch der «Ardennenoffensive am 16. Dezember 1944» lange Zeit Jochen Peipers Panzern heftigste Gegenwehr, ehe ihnen nach der vierten Angriffswelle die Munition ausging und sie so in Gefangenschaft gerieten.

Am 12. Mai 2005 wurde das Denkmal im Beisein von fünfzehn Veteranen der früheren 99. Infanteriedivision offiziell eingeweiht (Veteran Bill MEYER, der dieser Zeremonie beiwohnte, verstarb nur anderthalb Jahre später in seinem Heimatort Marion, Kansas).


«
Das Ende nahte, als den
amerikanischen Soldaten die
Munition ausging»

Auf dem Höhenzug zwischen Lanzerath bzw. Losheimer- graben, Mürringen, Rocherath, Krinkelt und Elsenborn for- derten die Kriegshandlungen damals viele Tote und Ver- letzte bei den Streitkräften und in der Zivilbevölkerung so- wie Zerstörungen und Beschädigungen von Gebäuden.

Direkt hinter dem Ehrendenkmal befindet sich eine um- fassende «Erklärungstafel» in drei Sprachen (Foto rechts), die die historischen Begebenheiten wiedergibt. Die Erklärungen sollen allerdings nicht ganz der Realität entsprechen. Weiter ist in «A. KUFFNER'S ZEITREISE- FÜHRER» zu lesen, dass "in den USA veröffentlichte Bü- cher und Heldensagen über Bouck meist sogar völlig da- neben liegen".

Fundierte historische Recherchen ergeben folgendes Bild der Ereignisse des 16. Dezembers 1944 an diesem Ort. QUELLE: «Zeitreiseführer-Eifel 1933- 1945», Alexander Kuffner, März 2007 (ISBN 978- 3-938208-42-7).

Was beim Ausbruch der Ardennenoffensive am 16. Dezember 1944 wirklich geschah
(Quelle: «Zeitreiseführer», A. Kuffner, März 2007)

"Ziemlich genau an der Stelle des Gedenksteines lag Bouck mit seinen zunächst 14 Männern in einer Stellung. Sie alle gehörten einem I&R-Platoon (Aufklärungs- und Verbindungszug) des 394. Regiments, 99. US-Infanteriedivision an. Ihr Auftrag lautete, Ver- bindung zu der benachbarten 14. Cavalry Group zu halten und so eine Lücke in der Front zu schließen. Es waren alles Männer ohne Kampferfahrung. Am ersten Morgen, nachdem sie die Stellung bezogen hatten, begann um 05.30 Uhr das Höllenfeuer der Ar- dennenoffensive seitens der Deutschen, welches die gesamte amerikanische Front überraschte. Bouck sah, wie die Männer der 14. Cavalry Group sich zurückzogen und forderte über Funk Instruktionen und Verstärkung für sein Platoon an. Er wurde vom Hauptquartier in Honsfeld (B) beruhigt. Dieses teilte mit, dass die gesamte Front unter Feuer stehe und der Angriff nicht nur seinem Sektor gelte, seine Stellung sei somit zu halten. Als der Feuersturm der Wehrmacht endete, bemerkte Bouck noch einen Artilleriebeobachter der 99. in einem Haus in der Nähe, der mit zwei Soldaten ebenfalls den Rückzug antrat. Daraufhin forderte er per Funk einen neuen Artilleriebeobachter an, der auch bald mit weiteren Soldaten zu dem Platoon stieß. Die Männer waren nun zu 18. Am Vormittag beobachteten sie erschrocken, dass weit über 100 deutsche Soldaten ohne Panzerunterstützung die unterhalb liegende Hauptstraße hinaufkamen. Es handelte sich um Männer der 3. Fallschirmjägerdivision, die Lanzerath einneh- men und sofort weiterziehen sollten. Die Feinde bemerkten Bouck und sein Platoon nicht, bis plötzlich ein Mädchen aus einem der Häuser herausstürmte und sie auf die Stellung der Amerikaner aufmerksam machte. Noch während die deutschen Fallschirm- jäger in Deckung hechteten, gab Bouck den Befehl zum Feuern. Es entwickelte sich ein intensives Gefecht mit - historisch ge- sichert - sieben gefallenen Deutschen (amerikanische Quellen sprechen von bis zu 500). Die Fallschirmjäger blieben in Deckung, da sie nicht ausmachen konnten, von wievielen Feinden sie ange- griffen wurden. Bouck forderte sofort über Funk Artillerie-Unter- stützung an, die ihm jedoch nicht gewährt wurde. "Stellung hal- ten!" hallte erneut durch das Funkgerät. Nach einem weiteren Gefecht mit den Deutschen entschloss sich Bouck, seine Männer zurückzuschicken. Er selbst wollte als Beobachter in der Stellung verbleiben. Noch während die Männer diskutierten, wurden sie von den Deutschen gegen Mittag durch den Wald umgangen und von der Flanke aus angegriffen. Nach kurzem Gefecht und einigen Verletzten und Schwerverletzten im Platoon ließen sich Bouck und seine Männer gefangen nehmen. (...). Nach vier Monaten Ge- fangenschaft kamen sie frei."

ISBN 978-3-938208-42-7

Sichtlich gerührt zeigten sich die Veteranen bei der «Einweihungszeremonie» von der Geste, die auf Initiative der «Königlichen Vereinigung der Reserveunteroffiziere der Ostkantone» sowie des Verkehrsvereins Manderfeld zurückgeht.
So fand auch am 16. Dezember 2006 aus Anlass des «62. Jahrestages des Beginns der Ardennenoffensive» eine weitere kleine Erinnerungsfeier am «Bouck-Denkmal» statt. Dabei dankte Marcel VAESSEN, selbst in Lanzerath beheimatet und langjähriger Vorsitzender dieser Vereinigung, den Anwesenden für den Augenblick des stillen Ge- denkens an den heroischen Widerstand des 394. Infanterie-Regiments.
Ü
berhaupt ist das «Bouck-Denkmal» in Lanzerath mittlerweile Anlaufstelle für zahlreiche US-Militärange- hörige und so finden dort viele Erinnerungszeremonien statt, besonders um den 8. Mai, als am 8. Mai 1945 der Zweite Weltkrieg in Europa beendet war.

Gedenkfeier am 16. Dezember 2006 für den Aufklärungszug des 394. Regiments der 99. US-Infanterie- division, der am 16. Dezember 1944 erbitterten Widerstand gegen den Vormarsch der SS-Panzerdivision von Obersturmbannführer Joachim Peiper leistete.

An alles gedacht!?

Nicht zu übersehen ist die Kernbohrung im Gedenkstein. Anfangs war ich etwas irritiert, doch dann hatte ich hierfür eine plausible Erklärung. Zumindest kann ich mir gut vorstellen, dass das Loch geschaffen wurde, um Besuchern die Hinterlegung von Briefen oder Dokumenten zu ermöglichen. Aber das ist nur meine persönliche Vermutung.

Wie das Leben so spielt

Als ich dem «Bouck-Denkmal» einen Besuch abstattete, stieß ich auf einen älteren Herrn, der auf der Sitzbank hinter dem Denkmal saß und das schöne Wetter genoss. Der Mann war sehr freundlich, schnell kam ich mit ihm ins Gespräch. Anfangs sprach ich mit ihm über Windräder in der Eifel, dann aber erzählte er mir so Einiges über den Gedenkstein. "Hier ist immer was los", sagte er. "Beson- ders im Mai, wenn die ganzen Amerikaner kommen", sprach er weiter. Außerdem erzählte er mir, dass durch die Terroranschläge vom 11. September 2001 die Ameri- kaner bei ihren Besuchen anfangs keine amerikanischen Uniformen mehr tragen durften. Dies überraschte mich doch sehr.
Wir
plauderten noch ein wenig, verabschiedeten uns und gingen wieder getrennte Wege. Der Mann wird mir in gu- ter Erinnerung bleiben...!

Ausführliche Berichterstattung des «GRENZ-ECHO» über die Einweihungszeremonie am 12. Mai 2005
und weitere hochinteressante Hintergrundinformationen zum «Bouck-Denkmal»
HIER KLICKEN

Zu finden direkt am Ortseingang von B-4760 Büllingen/Lanzerath (vom Losheimer- graben aus kommend), rechts am oberen Rand einer begrasten Böschung

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