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Bildchener Eisenbahnbrücke

Heimatgeschichte > Aachen

Eisenbahnbrücke aus dem Ersten Weltkrieg in Schutt gelegt


Endlich ist das Monstrum weg

„Es machte wenig Sinn, die Brücke zu erhalten

Hier muss endlich ein beidseitiger Bürgersteig angelegt werden

„Fußgängerinsel auf Höhe der Pumpstation absolut erforderlich"


Verkehrsplaner wollten sie abreißen, Umweltschützer vom BUND forderten ihren Erhalt, die Menschen aus der Bevölkerung waren geteilter Meinung. Fakt ist, dass die alte Eisenbahnbrücke an der Lütticher Straße in BILDCHEN (AACHEN) Geschichte ist. Am Wochenende vom 10.-11. August 2013 wurde sie endgültig abgerissen.

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Neben dem Für und Wider gibt es den historischen Kontext. Tatsächlich wurde die Bildchener Eisen- bahnbrückewährend des Ersten Weltkrieges, als Eupen noch preußisch war, aus strategischen Gründen vom Militär gebaut. Die Eisenbahnstrecke führte damals ins Tal der Berwinne und kreuzte die Maas nördlich von Lüttich. Sie diente als internationales Verbindungsstück der Linie Aachen-Brüssel. 1969 wurde die Strecke stillgelegt. In den letzten Jahren wurde derKolossaus dem Ersten Weltkrieg haupt- sächlich von Wanderern und Radfahrern genutzt.

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Die „Bildchener Eisenbahnbrücke“ vor dem Abriss - Die Brücke bestand aus Beton und sichtbaren Eisenträgern; der schmale Durchlass neben der Fahrbahn (Bild oben) diente einst als Trasse der Straßenbahn Aachen-Kelmis

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Bei der Brücke handelte es sich um das letzte Eisenbahnbauwerk aus dem Ersten Weltkrieg im Aachener Stadtgebiet

Die TrasseL 24A») verlief durch den Stadtwald dies- und jenseits der Grenze. Die Streckenführung war schon vor Kriegsausbruch vorausschauend für internationale Schnellzüge geplant worden.
Zunächst entstand die Trasse Westbahnhof-Montzen. Diese diente dem Kriegstransport. Am 25. März 1918 fuhr dann vom Hauptbahnhof Aachen über Bildchen und Montzen Richtung Brüssel der erste fahrplanmäßige Personenzug.
Nachdem die Alliierten den Krieg siegreich entschieden hatten, wurde die Strecke ab 1919 nur noch für Gütertransporte genutzt. Zum 1. Juni 1969 wurde die Strecke stillgelegt. Mit dem endgültigen Abbau der Gleise Anfang der siebziger Jahre und dem Verfüllen der Trasse mit Bauschutt aus Aachen und Kelmis ist der Streckenverlauf heute nur mehr teilweise sichtbar.
DieBildchener Eisenbahnbrückewar die letzte Brücke aus dem Ersten Weltkrieg im Aachener Stadt- gebiet. Das damals in Sichtweite gelegene „Überwerfungsbauwerk“, das in gleicher Bauweise und zur gleichen Zeit ge- baut worden war, musste schon viel früher den Baggern weichen.

Generalleutnant Karl Eduard Wilhelm Groener ordnete im Ersten Weltkrieg als Chef des deutschen Feldeisenbahnwesens den Bau der Brücke an

Auszug aus Poll, Gesch. AC in Daten
27. Februar 1917, Gen.-Lt. Groener, Chef des Kriegsamts, in Aachen, über- nimmt die während des Krieges erbaute Bahn nach Tongern.

Die
«Aachener Allgemeine Zeitung» schrieb dazu am 30. Juni 1915: „Die Ver- handlungen mit Belgien über den Streckenausbau ergaben derartige Schwierig- keiten, dass man letztendlich die Hoffnung aufgegeben hatte, dieselben zu überwinden. Nun hat der Krieg hierin einen heilsamen Wandel geschaffen.“

Russische Kriegsgefangene eingesetzt

Beim Bau sollen historischen Angaben zufolge russische Kriegsgefangene eingesetzt worden sein. An der bel- gisch-niederländischen Grenze erinnert heute ein Kreuz an einen vermutlich geflohenen und dabei mög- licherweise kurz vor Erreichen der rettenden Grenze erschossenen Zwangsarbeiter. Vielleicht geriet dieser aber auch in den damaligen elektrischen Todeszaun.

Brücke vermint und 1944 gesprengt

Das "Abrissspektakel" zog scharenweise Anwohner und Auswärtige an. Manche Debatte über Sinn und Zweck des Ab- bruchs entwickelte sich dabei unter den Zaungästen. Altbildchener hingegen schwelgten meist in Erinnerungen. Ein Mann erzählte, dass der Bahndamm zum Ende des Zweiten Weltkriegs vermint worden sei. Im September 1944 hätten Deutsche die Eisenbahnbrücke gesprengt. Auch soll der US-amerikanische Politikwissenschaftler Henry Kissinger 1944 unter den nach Bildchen einrückenden Amerikanern gewesen sein.

In den vergangenen Jahren erfreute sich die Brücke wachsender Beliebtheit bei Wanderern und Rad- fahrern. Nun kann man die Funktion der alten Eisenbahnbrücke als "Landschaftsbrücke" für etwas übertrieben halten. Die Brücke war nicht sehr breit, sodass dort wenig Flora Fuß fassen konnte. Eines steht aber fest. Viele Wanderer, Radfahrer und Jogger nutzten die Brücke zwecks Überquerung der Lütticher Straße. Seit den Baumaßnahmen an der Eisenbahnstraße ist dies nicht mehr so recht möglich.

Wanderer, Radfahrer und Jogger haben sich seit den Abrissmaßnahmen einen eigenen Fuß-, Rad- und Laufweg geschaffen

Andere nutzen die "Flora" lieber für eigene Zwecke...

Einige Fotoaufnahmen kurz nach dem Abriss der „Bildchener Eisenbahnbrücke“

Einige Fotoaufnahmen Oktober 2013

Im August 2013 wurde die „Bildchener Eisenbahnbrücke“ an der Lütticher Straße in Aachen dem Erdboden gleich gemacht - Das eindrucksvolle Gegenstück befindet sich auf belgischem Boden in Buschhausen bei Kelmis

Hier die Berichterstattung des «GRENZ-ECHO» in drei aufeinander folgenden Teilen (KLICKEN)

Zahlreiche Fotos zum Abriss - Quelle: AACHENER-ZEITUNG.DE
HIER KLICKEN

Herzlichen Dank an den AACHENER GESCHICHTSVEREIN E.V. (D.KOTTMANN) für die freundliche Unterstützung bei der Verwirklichung dieses Beitrags und die Bereitstellung von Textmaterial! (BILD KLICKEN)

TEXT-/BILDQUELLE:
Aachener-Zeitung.de / Aachener-Nachrichten.de / Roland Keller / Grenz-Echo
FOTO GEDENKKREUZ:
Aachener Geschichtsverein e.V.
FOTO GEN.-LT. GROENER
Wikipedia.de/Bundesarchiv
FOTOS ALLGEMEIN:
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Die „Bildchener Eisenbahnbrücke“ ist Geschichte

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