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Anlagen 1-6

BATTLETOURING > Westwalltour 2007

"Anlagen der LVZ Schmidtheim"

Die Anlagen 1 bis 5 befanden sich in unmittelbarer Nähe der Dahlemer Binz und konnten bequem zu Fuß erreicht werden. Zurück zum Ausgangspunkt der Westwallführung (Parkplatz des Flugplatzrestaurants) ging es dann weiter mit dem Auto zur nahe gelegenen Pumpstation, die sechste der insgesamt sechs Anlagen der "LVZ Schmidtheim".

LVZ Schmidtheim

Was ist oder wofür steht "LVZ Schmidtheim" eigentlich? Im Militärfachjargon steht "LVZ Schmidtheim" für "Luftver- teidigungszonenstellung" oder "Luftverteidigungszone Schmidtheim". Tatsächlich gehörte das 26 Quadratkilometer große Schmidtheim, zugleich größter Ortsteil der Gemeinde Dahlem mit heute knapp 1500 Einwohnern, damals zu Hitlers "Luftverteidigungszone West" (LVZ West), mittels der bis 1. Mai 1940 mehr als 1500 Bunkeranlagen errichtet werden konnten.
Dieser "FLAK-Riegel" sollte ursprünglich in einer Linie von Jülich (Kreis Düren) bis Speyer (nördlich von Karlsruhe) 60 schwere und leichte Flakbatterien umfassen. Im Süden wurde die LVZ West dann aber vom Oberrhein über den Schwarzwald bis zum Bodensee fortgeführt, sodass sich die LVZ West schlussendlich aus mehr als 1500 Bunker- anlagen zusammensetzte (einer Aufstellung von 1943 zufolge sollen es 1735 Bunkeranlagen gewesen sein).
Im Unterschied zum Westwall erhielt die LVZ West eine eigene Wasserversorgung. Zahlreiche verbunkerte Pump- stationen versorgten so über kilometerlange Rohrleitungssysteme die einzelnen Bunkeranlagen.

1. PZ Leitstand

Die erste große Attraktion der « Westwalltour 2007 ». Bei diesem Bunker handelte es sich um einen Kommandobunker als Kommandostand einer FLAK-Stellung. Er liegt in zwei Hälften gesprengt und ist heute zum Großteil überwachsen. Da sich Waldbewohner in einer dieser Hälften einen Lebens- raum geschaffen haben, ist dieser Teil des Bunkers bis heute unangetastet geblieben. Der "PZ Leitstand" ist der einzige der zehn besichtigten Bunker- anlagen, der wirklich zerstört wurde.

2. Kommandogerätestellung

Die zweite Station der Westwalltour 2007. Bei diesem Bunkersystem handelte es sich um einen weiteren Kommandostand einer FLAK-Stellung. Das Be- sondere an diesem System ist die angewandte Technik.
Im Militärjargon spricht man von so genannten "Rechengeräten". Zur Be- kämpfung von Zielen reichten die FLAK-Geschütze alleine nicht. Es mussten "Rechengeräte" erfunden und gebaut werden, die schnell genaue Schuss- werte liefern konnten.

Zu bemerken ist, dass die Flakschützen eine besondere Flakschießlehre absolvieren mussten, alleine um die schwierigen Rechenvorgänge eines solchen FLAK-Kommandogeräts zu verstehen, die es den Flakschützen ermöglichten, am Ende den exakten Schusswert einzugeben.

3. Kabelbrunnen und Festungsfestnetzanschluss

Der Kabelbrunnen, auch "Kleinstbunker" oder "Unterstand für Fernsprechver- mittlung" genannt, verfügte über mehrere Kabelendverschlüsse, die die Nach- richtenübertragung zwischen den Westwall-Bunkern gewährleistete. Die An- lage konnte durch eine Stahlklappe geschlossen werden und war so besser geschützt. Zur Not fanden bis zu zwei Soldaten in der Anlage Platz. Für das Westwall-Projekt wurde der Brunnen im Sommer 2007 ausgegraben und an dieser Stelle eingebettet.

4. 8,8 cm Flakstellung

Es handelt sich um eine unzerstörte 8,8 cm Stellung, die auf einem Sammel- behälter für Wasserzufuhr (Anlage 5) erbaut wurde. Die Einbuchtungen stellten Schutznischen für die Besatzung dar, die für den Betrieb der Anlage aus neun Soldaten bestehen musste. Die mittlere Nische war zum Schutz für empfindliches Material wie Optiken usw. bestimmt. In den Munitionsnischen konnten je 18 Granaten untergebracht werden. In Schmidtheim gab es fünf solcher Geschützstände, nur noch dieser ist erhalten.

Die damals hier stationierte Flak war, mit Hilfe des angeschlossenen Kommandogeräts, in der Lage, Ziele bis auf 70 Kilometer Entfernung zu orten. Nachweislich war die Stellung während des Westfeldzugs im Mai 1940 und kurz nach der Ardennenoffensive besetzt. Um sich die damalige Situation besser vorstellen zu können, muss man sich die heutige Bewachsung des gesamten Blickfeldes wegdenken. Ironischerweise befindet sich die Einflugschneise der Dah- lemer Binz genau über der Flakstellung.

5. "W6"-Wasserbehälter

Dieser Sammelbehälter für Wasserzufuhr, « W6-Wasserbehälter » genannt, hatte eine Speicherkapazität von 39 und stellte die Versorgung der «LVZ Schmidtheim» sicher. Die Anlage wurde von einer Pumpstation mit Wasser gefüllt. Durch ein Wasserleitungssystem wurden dann die Mannschaftsbunker und der Leitstand von hier aus mit Wasser versorgt.
Der Bunker hat auch nach dem Krieg noch lange Zeit als Wasserreservoir für die Bevölkerung der umliegenden Ortschaften gedient.

6. Pumpstation

Die letzte Station des ersten Teils der Westwallführung, die wir mit unseren Privatfahrzeugen anfuhren. Wir stellten uns die Frage, wo es hier etwas zu besichtigen gab. Weit und breit nichts zu sehen, nur diese eine kleine Ba- racke. Schnell stellte sich heraus, dass der Unterstand eine perfekt getarnte Pumpstation verbarg. Deren Aufgabe war es, den nahe liegenden Wasser- bunker mit Wasser zu füllen. Die Anlage ist immer noch gut erhalten und funktionstüchtig.

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