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26.04.2014: Montzen Gare

VERANSTALTUNGEN - AUSSTELLUNGEN

70 Jahre « Bombardement de la Gare de Montzen » - Montzen, 26. April 2014 28. April 1944 - 26. April 2014

Neben neun weiteren so genannten altbelgischen Gemeinden wurde MONTZEN (Plombières, Belgien) im Zwei- ten Weltkrieg vom "Grenzstreifen Eupen-Malmedy" (siehe Wikipedia) abgetrennt und am 1. Juni 1940 dem Deutschen Reich einverleibt. Für die Montzener Bevölkerung gehören Willkür und Repressionen nun zum Alltag. Doch versuchen die Menschen tapfer zu bleiben und viele glauben fest an die Befreiung durch die Alliierten.

Leider bleibt auch Montzen in den Kriegsjahren von der zerstörerischen Kraft deutscher Verbrechen nicht verschont und darüber hinaus sollte die kleine ostbelgische Seelengemeinde, genauer gesagt der Ortsteil « Montzen Gare », noch im Befreiungsjahr 1944 von einer heftigen Bombardierung heimgesucht werden, die vielen Menschen das Leben kostete.

Tatsächlich überflogen in den frühen Morgenstunden des 28. April 1944, zur Vorbereitung der Invasion der Alliierten in der Normandie, über 120 Bomber der britischen Luftwaffe die Gemeinde Montzen und warfen dabei ca. 1200 Spreng- und Brandbomben auf das Gebiet ab. Der Angriff galt der strategisch wichtigen Eisenbahnverbindung zwischen Belgien und Deutschland und somit auch dem in den Kriegsjahren 1914-1918 erbauten Montzener Bahnhof, unter Einheimischen besser bekannt als « Gare de Montzen » oder « Montzen Gare ». Inoffiziellen Angaben zu- folge zählte der Angriff neben zahlreichen Vermissten (viele wurden nie wieder gefunden) insgesamt 99 Opfer, da- runter 77 belgische Zivilisten und 22 Deutsche.

« Als Bomben den

Montzener Bahnhof (Gare de Montzen)

in Schutt und Asche legten »

2 Jahre später ließen vier Überlebende eine Gedenkstätte zu Ehren der Opfer dieses tragischen Ereignisses errichten

Nur zwei Jahre später ließen vier Überlebende dieser Tragödie (Herr Thomas, Herr Simon, Herr Bordignon, Herr Baltus) eine zentrale Gedenkstätte zu Ehren der zahlreichen Opfer errichten, die an diesen schwarzen Tag in der Ge- schichte Montzens erinnern soll.

Eine aus den Trümmern geborgene Originalbombe, nachträglich restauriert, bildet heute, neben dem nicht weniger ehrenwertenSankt Rochus-Kapellchen, den Mittelpunkt dieser Gedenkstätte. Im Jahre 1985 wurde sie durch einen zusätzlichen Gedenkstein ergänzt, auf dem oberhalb in eine Marmorplatte eingraviert Le quartier se souvient 28-4- 1985 (sinngemäß „Der Ortsteil Montzen Gare erinnert sich) zu lesen ist.

70 Jahre Montzen Gare

Am Samstag, dem 26. April 2014, 70 Jahre nach der Bombardierung, fast auf den Tag genau, lud die Gemeinde PLOMBIERES zur 70-JAHRFEIER. Viele Menschen aus/um Montzen ließen es sich nicht nehmen, der Opfer dieser Bombardierung noch einmal feierlich zu gedenken.

Um 19 Uhr wurde der Festakt mit einer Messe in der Kapelle Saint-Roch feierlich eröffnet. Vier, teils ortsansässige Priester führten den Gottesdienst durch.
Nach der Messe fand der feierliche Umzug statt. Patriotische Vereinigungen, Politiker und zahlreiche Menschen aus der Bevölkerung machten sich auf den Weg und begaben sich in einem musikalisch begleiteten Festumzug zur Ge- denkstätte in der nahe liegenden Rue Saint-Roch. Dort wurde dann der Opfer dieser Bombardierung gedacht.
Léon Baltus, Sekretär der Montzener Kriegsveteranensektion, ergriff als Erster das Wort und erinnerte an die tragischen Ereignisse von April 1944, die heute noch in den Köpfen vieler Montzener stehen. In einer sehr emotionalen Rede richtete sich anschließend der amtierende Bürgermeister von Plombières, Thierry Wimmer, an die Be- völkerung. In seiner Ansprache erinnerte er daran, dass der Frieden in Europa, am Beispiel der aktuellen Ukraine-Eska- lation, leicht zerbrechlich sei und nicht selbstverständlich ist.
Nach der Kranzniederlegung kehrte die Gesellschaft in die Kapelle zurück, wo der Festakt im darunter liegenden Veranstaltungssaal „La Sablonnière“ fortgesetzt wurde. Hier hatte der leidenschaftliche Sammler und Heimat- forscher François Hick aus Montzen eine beeindruckende Ausstellung mit zahlreichen Fotos, Doku- menten und Postkarten aus der damaligen Zeit eingerichtet, anhand derer sich die Besucher ein Bild vom Aus- maß der Katastrophe machen konnten. Die einmalige Gelegenheit, um die bisher unveröffentlichte Zeitzeugen- aussage von Thérèse Habets, geboren am 23. Mai 1935, in Augenschein zu nehmen.
Mit einem feierlichen Umtrunk und einem Plausch unter Einheimischen und Freunden neigte sich der Tag dann gegen 22 Uhr dem Ende zu.

Leider war es mir nicht möglich, an der Veranstaltung teilzunehmen, wo doch Montzen meine zweite Heimat geworden ist und mich die Geschichte Montzens daher nun besonders interessiert. Wie mir jedoch berichtet wurde, waren die Organisatoren sehr erfreut über das große Interesse seitens der Bevölkerung und die Anzahl Besucher. So kamen an diesem Samstagabend geschätzte 300 Personen zusammen, ein Beweis dafür, dass die Geschichte längst nicht vergessen ist...!

70 Jahre


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Bombardement de la Gare de Montzen »


28.
April 1944
-
26.
April 2014

Einen großen Dank an die Veranstaltung für die Organisation dieser Gedenkfeier und ihr unermüdliches Engagement!

Einen großen Dank an Herrn François Hick für die äußerst beeindruckende Ausstellung, die an diesem Abend ein voller Erfolg werden sollte!

Ein besonderes Dankeschön an meine Freunde aus Montzen für die Übermittlung der Fotos, Texte und Interviews mit der Zeitzeugin Frau Thérèse Habets (an anderer Stelle dieser Homepage).

Abschließend noch Folgendes: Aus Platzgründen war es mir nicht möglich, alle Fotos zu veröffentlichen. Sollten Sie an Foto-Abzügen interessiert sein, können Sie diese gerne bei mir bestellen.

Ein ausführlicher Bericht mit detaillierten Hintergrundinformationen, vielen antiken Fotoaufnahmen und historisch belegten Fakten zur « Bombardierung des Bahnhofs von Montzen im April 1944 » ist an anderer Stelle dieser Homepage vorgesehen.

Hier nun noch einige Fotos vom Abend im Veran- staltungssaal „La Sablonnière“. Rechts der Presse- beitrag des GRENZ-ECHO, Ausgabe vom 30.04.2014 (zum Vergrößern KLICKEN!).

François Hick aus Montzen

Leidenschaftlicher Sammler und
Heimatforscher

Er scheute keine Mühe und zeigte den Besuchern
gerne seine persönliche Sammlung aus antiken
Bildern, Dokumenten, Postkarten... der
Kriegsjahre 40-45

Die Ausstellung, die sich an diesem Samstag-
abend schwerpunktmäßig mit der Bombardierung
auseinandersetzte, war ein voller Erfolg

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